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Tor kurzen saß eine Gesellschaft in einem Garten, vm sah Allen an,
da3 sie sich selten in einer solchen amgebung äufldelten. ihr© Kleidung
war hier fremd und noch fremdor war ihr Benehmen, sie waren nicht in
ihrem ~lement»
-vi [fifrt in gehöhnt nari, 11 A bedjBlt«Ba<$» m»»1 jjtfjj ttjfcgMi ^nn1f>fl ^Wt<
<*-tatopB keine filmen vraiguiiMw adt oieh, sind v&n ni-chte gpfnlgfc,.
haben aber blneü IBElffcWEflftMgigi p^pfcWWMfW Ü cfrano trat ein, als auf
das wimm geschminkte, etssas '/erfettete und nicht unintelligente
Lcht einer Frau in mittleren jähren ein bansloser 0BÜ zu&htg«
Ihre zuaaminanfehrende Abwehrbewegun^ ihre Angst, Üa« Abscheu, ihr
unartiiailisrter f&lferuX, üu*e irbitierung Uber die Gleichmütigkeit
der Andern, ihre@ut und ihr®ntsetzen Über de» Ir^arL-igling, der
plötzlich in dieser -yelt erschien, die doch nur ihr und ihresgleichen
gehörte, diese ziemlich loxopliziert© und doch in weniger als einer
Sekunde erfolgende Reaktion vmrde zum Indikator einet* giviIJ.ac.tion
jetzigen zustande,
enn Jeniger drastisch, aber im selben Sinne, hätten iTnzälilige reagiert,
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und sie tun es auch, sooft das Ihnen so v&Ttig Entfremdete, Natur in
jeder Gestalt, ungerufen im Bereich ihres künstlichen Daseins erscheint,
schon durch den bloßen fttnweis auf ein anderes sein empfindlich störend,
ja verletzend«
Diese Tjeute furchten also die üatur und hassen sie« Sölten a&r es
Ffcersiophobie nennen ? fs ist schwer zu sagen, ob der Hlfi der Furcht
entstammt oder ob eine rjechselv&rkang besteht, pas zeitlich ?or aus gegangene
und die logische ?oraussetssung ist jedenfalls die Fremdheit, und diese
£o£#e. der Entfernung des menschen aus seiner ueli, ja** seiner laicht in
eine selbstgemachte Scheinwelt« säe folgte dem Verlust oder der Vertreibung
der in ihm anwesenden, ihn bewirkenden und in ihm wirkenden Gesetzmäßigkeit
und der E&etzung vdH kör ü eher Surrogate, die au eines ganzen System an-
gewachsen sind, ks ist, als hatte dieses System ein© Alleinherrschaft
errichtet, um nun in einer entscheidenden offensive gegen die noch nicht
verdrängten Reste/menschlichetf TTrsprföiglichkeit vorzugehen» zunächst geht
es um elementare ffaturwert© mie die der Luft und des lichtes«
tieften Ohne Egg* und Licht
Die ruft, die wir nolens volons atmen, kora~t zwar Immer noch aus der
Atmosphäre» Als deren ?laupfclief eran tin hat aber die AteosphSrc in der
Industrie ©ine Partnerin von zunehmender Bedeutung« Di© Fernster werden
geschlossen gehalten und man atmet drinnen einen luftersatz, dessen regulierter
Feuchtigkeitargrad und dessen wunsehgera&3e Temperatur Uber die fehlende Frische
und die saueretoff-wiappheit glänzend hinwegtäuschen« Ifen gewöhnt sich die
Frischluft einfach ab« ?4t der Erforschung der Foloen befassen sich Spezia-
listen, die uns von der reinen ruft noch weiter absperren, um zugleich die
von der Industrie gelieferte Sftft weiter zu verbessern und uns von der
Atmosphäre noch um einen Grad unabhängiger zu machen«
u
Es ist "natürlich" noch viel einfacher, unsere innenrSme durch Vorhänge
1
vor dem störenden Sonnenlicht zu schützen und die elektrische Beleuchtung
auch am Tage zu benutzen* Gegen die Blässe läßt sich ultraviolette Bestrahlung
oder eine der garantiert unschädlichen Farben verwenden«
90 sind wir in standig abnehmender, bereits auf ein T&niffium reduzierter
Fühlung Bit den Jahreszeiten, dem Wetter, der sonne, den Sternen« Aber sehen
und hören wir denn 4b Bildfunk nicht genug davon ? es unterliegt keinem zaeifel,
daß air uns einer Architektur ohne Fenster nühera, da diese schon jetzt ziemlich
überflüssig und eher ISstig geworden sind.
Unsere Verkehrsmittel ergänzen unsere tfer schanzung gegen die w£t» ES ist
nur ein über gangs zustand, daß wir von !?ause in den wagen und umgekehrt eine
gewisse strecke zu Fuß zurücklegen und unsere rosigen mit der Atmosphäre in
Berührung kotsnen*
i-in gehetzter Flüchtling
Diese Flucht ist nicht unsere einzige, denn wir flüchten in mehreren Achtun-
gen gleichzeitig, vor dem sein um uns und vor Um sein in uns« zugleich verfolgen
viir unsere wirklichen odxer vermeintlichen 2iele mit derselben ?|ast in der
wir vor *13 w% was uns zu verfolgen scheint, davonrennen. Theoretisch mueßten
wir viel mehr zeit haben als unsere v^ter, denn wir besitzen ja die Maschinen,
die, wie man meinen sollte, unsere Arbeit für uns tan. r&r haben aber v/onlger
Zeit als "enschen jemals hatten, denn diejenige zeit, die wir, Schwerarbeiter
oder Müßiggänger, tatsachlich haben, füllen wir mit all dem aus, an wir zur
Flucht brauchen, oder genauer, die Ausfüllung erfolgt nahezu automatisch,
fast ohne unser Hinzutun, indem die vielzu vielen Füllstoffe da sind, sich
ansammeln, einander und uns stoßen und drängen, ohne daß wir eigentlich
zu sagen wueßten, wer sie gerufen und eingelassen hat und wann und ^oher
sie gekomen sind« man x.ir sie nach ihren ?}amen frage», nennen sie sich
Geschäfte, Konkurrenz, pflichten, mteressen, Besitz, Gewinn, sorgen,
Intrigen, Gefahren, Konflikte, aber sie tra^n auch schönere liamen, Tide
3
Verantwortung, Religion, Vaterland, Faciüie, Partei, Studium, carriore,
geruf, Vergnügen, Sport, Kunst, Liebe» Ganz hastig finden wir noch zeit,
über Entspannung zu reden und au lesen, das letztere nach der soeben rasch
erlernten Methode des schnell-lesens« wir sind von Scheden umzingelt und
umlagert, isanehe ihrer Gesichter sind uns seit langes vertraut, andere tragen
neu aussehende Basken und wir erkennen sie nicht«
Sein, Haben, raufen
Veränderungen in unserer nenkungsweise sind -ygebnisse der veränderten
Bedingungen, wie vor allem unserer Entfernung von den (Fundlagen, doch
anderseits ist es unser Denken, das jene schlimmen Veränderungen bewirkt
oder zumindest widerstandslos aulaßt. Das jfedius, an dem wir diese tief-
greifende n vorging© am deutlichsten erkennen, ist unser Dasein selbst
und die Art wie wir uns Je tat in ihm verhalten«
Haben steht höher im Kurs als das Sein, das Kaufen aber gilt mehr als
das Haben« Fabrikant und HBndler haben es eireicht, daß man es vorsieht,
von ihnen zu kaufen, was man sowieso hat. Gegenüber dem an sich Vorhandenen
wird die besonders erzeugte und mit allen i&tteln so nachdrücklich empfohlen©
Ware schon irgendwelche Vorzüge haben« Der Ankauf ist zunächst der Auo.ms
«tu,
über ein gewisses Können und bietet schon darum Befriedigung, deren Ausmab
zur zahl derjenigen, die es sich leisten können, im allgemeinen in umgekehr-
tem Verhältnis steht« so sind wir in eine gewisse Primitivität gesunken, die
ein negatives Vorzeichen hat «es ist nicht die Primitivität eines prühzustan-
des, sondern die eines spatzustandes«
nach weiten t^wegen sind wir nämlich wieder in den zustand der Herd©
zurückgelangt« rine umfassende Untersuchung der MttlsWI jeglichen ijandelns
wurde für kein© der vergangenen Geschichtsepochen ein so trauriges Ergebnis
bringen wie für unsere zeit, in der fast alles als ?}aehatesung und .irloxng
der bereits genügend bekannten Gesetze der Massenpsychologie erklart Vierden kann,
einschließlich 1er Ambition, originell oder doch anders zu sein« ifodet* an sich
sind ja nicht Züge dieser Zeit, sondern «ine sozusagen zeitlose Eigenheit
aller Zeiten, ein stabiler Ausdruck flüchtiger Gesellschaftszustande» Aber
die extrem unkritische Art, wie die Leute in passen den verschiedenen Ver-
lockungen, schlagvsorten, Verhetzungen und Anpreisungen folgen, auch den
sinnlosesten, verantwortungslosesten und unmittelbar verhängnisvollen,
ist ein offensichtliches Merkmal unserer zeit,
vas beabsichtigt die Maschine ?
Per abnehmenden starke des Renschen entspricht die zunehmende starke
der ?*aschineÄ ~aß sie nicht mehr sei als das üm und Auf der eigentlichen
Industrie, zugleich ihre Sklavin und Beherrscherin, ist ein w8rchen aus
uralten Zeiten, und zwar aus den Jahren vor etwa 1930, Damals kam der
technisierte Kon3ch aus Fabrik und Geschäft in sein ?-fcim, um einen
freundlicheren Ablauf von Vorgängen zu genießen, in dem er selbst eine
schmeichelhaftere polle spielte als die eines Dieners sachlicher und
sachlicher Gebilde* seither ist aber nicht nur das Heim zu einer kleinen
IBWchinenhalle geworden, sondern die andern Maschinen, diejenigen, auf
die es ankocist, haben sich zu nie geahnter l'öllkotamenheit durchgearbeitet,
die Grenzen ihrer damaligen Impotenz wüt hinter sich gelassen und Gebiete
erobert, die ihnen noch völlig fremd waren, wie Logik und Psychologie.
* ieses letztere Fach ist nun offenbar der Brückenkopf, der den Vorstoß in die
eigentliche < des Renschen ermöglichen soll, jene Welt, die für den
-an^-hm M&M noch nicht griMMUftM -lanz wie jene einfache infra~
rote Zelle, die wortlos in den Makrokosmos vorstößt und die Temperatur von
Sc stirnon feststellt, ere^'on die ihr artgleichen wesenlosen e3en in das
innerste des Mikrokosmos dringen, um dem Rätselraten und der Mystik ein
nde zu bereiten, vorüber sind Jene Zeiten, da der Mensch noch in ziemlich
hochmütiger Einseitigkeit über die 'Maschine grübelte und an ihrer Verbesserung
arbeitete. ÜMrtfl ist er eher ihr Objekt, und sie meistert es. Inst
bot sie Um ihre Pienste an, er nahm an und geriet unversehens in
hoffnungslose Abhängigkeit. Weh wagt er da und dort mit ihr ssu kon-
kurrieren, aber sie macht ja alles nicht nur billiger und wirksamer,
sondern euch besser. die Konkurrenz zv&schen den Tjerrensklaven der
??aschine immer brutaler -wird, kann nur sie die ytthrung tibernehmen,
weil ohne sie auch ihre Leute verloren sind.
leichteres, freieres Leben TOT einmal ein 'dttel, das Glück des
lasnschen mr der zv*eck. roch in der [ätze des Gefechts, und da eben
dieses Gefecht so lange dauert, gerat der nicht erfüllte zweck in
Vergessenheit, pann ist es, als ob das leichtere Leben der zweck
gewesen *£Lre. noch an dieses wlodcriiolt sich der Vorgang des Ver-
gessens und ver'iechsclns, und das »Ittel, das zun entsch«aandenen
Zweck führen sollte, spielt selbst dessen verlassene Holle.
T'onsnnent wider illen
Das Fernsehen nacht uns kurzsichtig, ras gilt nicht nur für die
Schwächung unserer physischen Augen, denn diese unablässige mterhaltung,
die aus einer verhängnisvollen, sieh selbst nie gleichen fischimg
schonungsloser Reizungen besteht, verschlingt unsere Freizeit, beraubt
uns der eigenen Aktivität und normalen Produktivität, erniedrigt uns
zu einem bloßen Aufnahmsorgan, infolge der üp und. I suer dieser Auf-
nahms, die uns mit •"indjUcken vollstopft, Berken >:dr nicht, wie unser
Seelenleben verarmt, i«io eben dieses aufnehmende ich dahinsclmindet.
dir könnten es merken, wenn uns dieser iMaor spendende und nie versie-
gende Apparat infolge einer panne einmal fehlt. Aber selbst wenn nicht
ein Reserve— Apparat sofort dessen Platz einniBaat, reagieren v&r auf
den chronischen Sadismus des gewohnten Oer Uta einfach oasochistisch,
indem -vir ohne die dauernde Verdrängung und Versehrung unseres innen-
"Löbens alles schal und langwellig finden« unsere unmeßbar gewachsene
Leere tf&mt uns an«
«3 vdr außer diesen programen zu sehen und au hören bekommen,
nehmen »vir als notwendiges tJbel hin, denn schwerlich bereitet die
Reklame jemandem das ebenfalls geplante Verglühen, s vollzieht sich
aber unbewußt oder halb-bewußt, daß wir uns gerade von dieser uner-
wünschten Reklame unserer Freiheit berauben und zu ungewollten Tjandlun-
gen bewegen lassen« Per Bildfunk ist Ja nicht allein« sondern Rundfunk
rosse, Plakat und alle andern Organe der Propaganda wirken zusammen«
h
rier Bildfunk ist nur der stärkste Hxponont dieser mc% weil wir uns
IIb ;>-rronUbor in einer besoBtei v/ohr losen Btlhiitiiifl Nrftltftfli
r*i» Konkurrenz, die im noch «frei« heißt, aber ihre Teilnehmer
nicht weniger despotisch gefangen hält als diese uns in ihren füngen
halten, muß viel, viel, noch viel mehr produzieren und alles produzierte
losworden und wir müssen es kaufen, kaufen, kaufen« ijm die Reöte unserer
Logik zu schlagen, gentigt der Vorkriegstyp des Reklanefacifflaanns langst
nicht mehr« na wir mit besserer oder ebenso schlechter wäre sovdeso
mehr als reichlich eingedeckt sind, kann uns die Versicherung, die
neue :are sei die beste, oder noch besser, nicht zu unzweifelhaft
«bwfUis3igen Ankäufen bewegen« Da muß das gesamte diesen der Psychologen
herhalten, um unwlierstehliche Tricks zu erfinden« wir sollen tief
aufatmend auf das neueste Angebot zufliegen, denn das ist es endlich,
was wir bisher sehnsüchtig erwartet haben« ja, nun ist das Ende unserer
yot oder aller unsoror nöte gekoanon. schon das bloße ?*aterial des von
je her erträumten, aber in solcher Völlendung auch in unseren Traumen
nicht geahnten synthetischen Teppichs wird alle unsere drückenden
Probleme lösen und seine Farbe garantiert uns ungetrübte Seligkeit«
AttgBsichts der in den neuen swaugnis verkörperten Lebensfreude und
der nun verbürgten paradisischen tSunlichkeit ist es also ©ine selbst-
verständliche vleinigkeit, clie allen Teppiche hinauszuwerfen. So nÄlssen
vdr es eben mit allen noch ziemlich neu antobenden ~iaren halten, um für
die neueren platz zu schaffen. Tmreh ein Triumphtor kmenen sie herein,
durch ein etwas bescheideneres gelangen sie in den ip£ und zur ?*illabführ.
Da jeder diesen sinnlosen Kreislauf zur oenUge kennt, riachen die Psycho-
logen von ihrer raffinierten Kenntnis des unbewußten Gebrauch, wie etm
durch die Bill er, die fUr den Bruchteil einer Sekunde erscheinen und daher
nur in die sublogisch© iphSre gelangen, von dieser aus sich aber umso
sicherer in Realität umsetzen, wie etwa bei ix> stilistischen Handlungen,
und ein i&der stand gar nicht aufkomt.
Auf den entsprcichenden flebieten der .'arenpiTXiuktion Verden Frauen und
Finder zu Bundesgenossen gemacht, innerhalb der Fardlio wird eine analog
lonkuri'enz hervorgerufen und der Sieger bekossnt das seine, dessen er sich
dann solange erfreuen kann, bis er seiner durch, die nächste rpekung Über-
drüssig vdlrd und der unsch, es loszuwerden, stärker wird als das verlan-
gen danach je gewesen »^ar.
Die stärkste aller Tendenzen, die im Dienste dieser den wirklichen
Bedarf cA vielfach Übersteigenden Überproduktion stehen, ist aber jener von
der gesellschaftlichen Ambition angestachelte Herdentrieb der gegenseitigen,
doch als einseitig ins Bemßtoein gelangenden jiachahiaung. ijan schafft es an,
;#eil die -Jachbam es schon haben oder um ihnen zuvorzukommen, ^ie verhun-
gernde und von den neuesten ^agensiodellen aHja*hrlich nieder aufgelittterte
Selbstachtung ist eines der traurigsten Symbole des entisarteten Renschen und einer
In entartendes Gesehlechtsreesen
?on den naturlichen Gegebenheiten iiaaar mehr abgeschnitten, ttNMI eMsss»
»isiirn in iflancher Beziehung de generieren, per verfall und das gelegentliche
v;ieiererstarken unser r erotischen Csesundheit UJßt sich leicht bis in die
Antike zurtlckvtrfolgen, die nicht nur des mzestes, der Sodomie, des
Sadismus, der Prostitution und der TioraosexualitSit voll war, sondern
auch in ihrer mnst da und dort pornographische Tendenzen aufweist.
nie Frage, was diese eigentlich seien, die neuerdings wieder htfbsch ^
aktuell geworden ist,rauß endlich theoretisch sowohl den prallen der
MdL.
Reaktion als auch denen des sehnPdon profitnachertums entzogen werden.
Der Geschlechtstrieb des flanschen mit seinen gesamten mentalen Aus-
wirkungen, vom primitiven rros bis zum sublimen, ist, es sei zunächst
in einfacher Aussage festgestellt, als Motiv des schaff * ns in FUlle
vorhandenj eben darum ist das f.iotiv in seiner vollen ^xiatonzbereehtigung
GonUßond erwiesen, durchaus nicht weniger als etwa religiöse oder sozial©
Motive, ^och hier beginnt der ges&sse unterschied zv&schen gros und iyos.
ie paimess sexueller Kunst ist unbestreitbar, wofern sie das Triebleben
des Schaffenden zum Ausdruck bringt, seine Baotionen oder auch nur
unschbilder wieder spiegelt, Sie ist jedoch unfair und unter umständen
verbrecherisch, v/enn sie ohne eigene esaotionale peteili^ing es nur auf
die Tjervorrufung des Triebes bei Andern, bzhw. auf dessen seheinbefrie-
digung ab Gesehen hat, nie verschlungen paare in den Bildwerken clor
Schwarzen Pagode zu onarak in orissa gereichen der indischen Kunst zur
^hre, ni-ht j^niger als die vorklassischen und klassischen Akte die
zärtliche Beziehung der Griechen M harmonischen ijaturgebilde ver-
ewigen« poch rticken schon einige hellenistische und römische Aphrodite-,
bzhw« Venus gestalten auf die andere Seite. D» wenden sich nicht weniger
geschickte, doch eniger saubere rieister an den Fetischismus, 444 m
rygophilie, bieten dem verbrauchten Verbraucher die gefragte are oder
fachen durch ihr Angebot die erst halb vorhandene ?]achfrage an. Es ist
gewiS nicht inner einfach, die zuweilen wohlverhüllte porno graphische
"endenz aufzudecken. Tn den besten Zeiten früherer iulturen trat diese
nur ve reinzelt nf in iT3chcinung, fand aber ihren eigentlichen ^jährboden
In zustunden dor Fäulnis, W$M etwa in Hokoko.
per untor3diietl ergibt sieh nur in drastischen Fullen von selbst;
im allgemeinen aber sieht er nicht nur kompliziert ans, sondern ist es
auch, zum größten Teil ist z.B. <ö* eher hypertrophierte Erotik der
japanischen ualerei und Graphik nicht nur Geschäft, sondern zugleich
durch ursprüngLichkeit und rchtheit serechtfertiet, also als ehrbare
raunst 1x23 tätigt, golche popj elnaturen sind in csten üieöüeh zahlreich,,
whirch die eingehende Untersuchung des T:inzel£alles erst recht zur
Pflicht */±rd.
•nie Idinstlerisehen Spiegelbilder ungesunder sescuallt&t bereiten uns
auf das eigentlich© rroblesn vor, das eines unserer zeitprobleme ist.
Psychoanalyse und ver^sandto rieilcseth den gibt es z.?ar e*st neuerdings,
und sieAliefern auch überreiche Beweise für ihre Biett^endigkeit. -,s ist
aber auch unv^ahrs heinlich, daß die 'fenschen der Vergangenheit solcher
:Tilfe iß gleichen Maße bedürf tig waren. ;ahrscheinlioh ist vielmehr,
daß sowohl die einzelnen Durchschnittsmenschen als auch die Gesellschaft
von neurogen weit weniger angefressen yaren als heute, iesos Ausiaaß an
Sexöalpathologie In ihren verschiedenen Fonaen und oraden ist offenbar
ein trauriges rivileg der Gegenwart.
indes TriLr also indirekte Indikatoren verlassen und uns direkteren
Kriterien anwenden, stehen wir vor der trage, v;arun sesaialverbrechen v&e
auch Verßewaltitninßen ohne TTord in der oegcnvart weitaus zahlreicher sind als
jemals* zunächst bilden sie einen Teil der gegenüber der Vergangenheit
ÜT>erhaupt um ein vielfaches gesteigerten allgemeinen -kriminalität, zu
dieser trag n z,B. UtestSnde **&o die mss nverbreitung der priv&tv/agen
sicherlich bei, denn sie bieten dem verbrechen zahlreiche Tätlichkeiten
und Anreize, noch der ScJperpunkt licet auch hier vriLeder iza psychologi-
schen« Kriminalität überhaupt spielt heute in bewertenden Bemißtsein
eine stark veränderte Bolle, die in gult der Qev/alt auftj Ausdruck kocaut.
innerhalb der vielgestaltigen Gewaltsamkeit ist nun dlo geschlechtliche
eine besonders verbreitete Abart* r>aß die Opfer so oft ehrlose sind,
Kinder, halbwüchsige oder T^rwachscne, ist nicht ein *«erkraal der /ie;pn-
v/art. Aber die weite Verbreitung scheint mit einen in zahllosen 'fenschen
dieser zeit besonders aus geprägten Zug zusarmenzuhärißen, mit ihrer
dagenerativen Selbsteinschätzung*
nenn er durch die physische Verbindung oit seiner fterson i^twurdigung,
t$-'ti4 Fntwertung, Schädigung oder Zerstörung des Partners ^beisuftlhren
wünscht, bringt nicht nur seinen Sadismus zum Ausdruck, sondern vor alles
tief negativ« selostbewertung* BP definiert sich^auch ohne volles Bewußt-
sein dieses Sachverhaltes, als unwert, dessen Berührung beleidigend wirkt
und wie durch Ansteckung weiteren unwert zur FOl^e hat* m dem »säße des
Bewußtwerdens tritt eine zusätzliche Reaktion des fjasses gegen den aus*»
lösenden Faktor hinzu, und der maisch, diesen dafür zu bestrafen, daß
freiwillige Liebe von ihn sowieso nicht zu erwarten war, bzhw. sich an
ihm für das Pehlen, oder das vei'ijuintliclx) -Fohlen, der eigenen Liebes-
flthigkeit zu rächen* nie aus der sesualfolter und dm seaialnord gewonnene
T3efriedigung ist also hauptsächlich die der Rache, der erzwungenen
Begleichung einer Rechnung*
rjor verirrte Trieb muß aber nicht unbedingt zum Sford führen, um
auf die mit diesem geneinsame quelle zurückzugehen« Ein großer Teil des f£ttfätMfl
Geschlechtslebens unserer zeit ist von weniger schweren, doch ebenfalls
der Sexualkriminalität zu Grunde liegenden Störungen heimgesucht*
'Stufige, als harmlos oder witzig geltende Äußerungen weisen auf ein©
USndeutung hin, durch die das Idebesorgan des ?,?annes zu einer yaffe wird*
Dieser von yielun entdeckte und unaufhörlich bestätigte umstand, dem
ein weiblicher Gegenspieler entsprechen mag, sollte nicht nur warnen,
sondern zu umfassender »leilung durch die bestehenden und durch noch zu
schaffende Institutionen führen, noch fehlt die rjethode. Ihr pig»ffgWBl^
müßte das Beroißtmachen, foahw. Bcwußtivtxdon der Störung sein, per beste weg
zur Erkenntnis dieser Störung and der erste schritt zu ihrer i&iluns
vjäre die -onfrontierung alt der ursprünglichen, naturgegebenen Ti-ebesfunktion,
iiessen schöraten sich lienschen frtther und wessen sehtet man sich heute ?
jm 6. jahrhundertealte es prokopios in frappanter eise, daß er sich schlteo,
einen Körper zu haben» r&eoeift Abscheu vor dem eigenen Leib© \?urzelt *vahr-
scheinlich in einer alts^sopotandschcm^f^l^schamang, von der manches Echo
noch im antiken Judentum nachhallt. r?a3 Christentum erbte dessen Auffassung*
nicht die griechisch© vtSrperbejaJiung, und gelangte Uber jene hinaus zu der
heute erschreckenden Formel des prokopios, u.zv/. nicht nur im byzantinisclTen
räum, sofern auch im mittelster liehen ;estenj^-äa fehlte es freilich nicht
an negenstrtJmungGn, die dann in der Renaissance triumphierten.
jenen alten Gegensätzen aber steht heute ein rities gegenüber, r.fan
schärst sich alles dessen, was man^ooantik nennt, einer Schwärmerei,
eines Glaubens, und vor allem der Liebe« nie Terminologie von Trinkern,
prostituierten und Tiall>-Tntellektuellen ist annähernd cleich, als v*tlron
sie AH© darauf bedacht, einander und sich selbst mit Verachtung zu
behandeln, paß ihnen irgend etwas heilig sein könnt©, ist zu einem der
vielen humorlosen ritze gewrdon« Di© fjotive dieses Verhaltens zum
Andern sind offenbar sadistisch, «de die Wartung und Herausforderung
der entsprechenden Reaktion masochis tisch ist.
m®& der schäm schUmt man sich, falls man noch etiaas von ihr hat.
Sin Arzt und eine Krztin, die für den fachlichen amerikanischen Leser
ein Buch über das Verhalten beim Geschlechtsverkehr vorbereiteten,
stellten anfangs Beobachtungen an prostituierten beiderlei Geschlechts an,
t*eil sie ihre Zeitgenossen noch falsch einschätzten und die ^ilnaha»
anderer Leute der vorausgesetzten ^nmungen vfegon für unmöglich hielten.
Dald aber hatten sie einen Massenzulauf von paaren aus fast allen Kreisen,
alles klappte wundervoll und man ließ sich auch von diversem personal
sovde von poto- und Filmkameras nicht stören,
Unter der den Zeitgeist so Uberdeutlich anzeigenden Schicht aber
aaß etwas anderes vorhanden sein, sonst £tbe es nicht die zahlreichen pKlie
von Dskehrten und süßern beider Qeschlechter, die ihr Leben eines Tages
schal finden und sich ReHgionsgemoinden und radikalen Parteien anschließen,
¥* mag überraschen, daß auch der Anschluß an or^nisationen von Berufs-
verbrechern hierher gehört, per gemeinsame ? jenner ist der intensive
unsch danach, was es in jener hohlen Gesellschaft nicht gibt, nach
Gemeinschaft, jene vielen jugendlichen, die ethischen rerten den Röcken
kehren und ihre !S*ge und üStchte mit einander verbringen, fühlen zuweilen,
daß sie im Grunde einsam sind, und dieses Gefühl kann bis zur unerträglich-,
keit wachse*. #Br^sichWn«r andern Gemeinschaft anschließen kann, findet *fl
Aufnahme im organisierten Verbrochen, das in seiner unvergleichlichen
ohasion die schmerzliche Einsamkeit aufhebt und in einem höchst gsfahr-
vollen i*ben des Verfolgs und Verfolgtseins ein groteskes Gefühl der
Sicherheit, oder gar Oeboreenhoit, entstehen laßt.
pauschglft
Doch diese Schicht des plonentarcn unterhalb des Trivialen bricht
immerhin ziemlich selten hervor, in den mien, die ia^issidenten oder
Sektierern vergleichen könnte, die eine mächtige Firche verlassen. Die
^hrheit lebt in Genüssen ohne Befriedigung, vor allem in einer Sexualität
ohne 'iebe. ni© zeit aber eilt dahin und manche sehen das einmalige Leben
ergebnislos entschwinden, yan braucht Ersatz für dessen verstoßene oder
nie erreichte erte, oder noch eioontlicher, Ersatz für die unerreichbare
Realität, mdem marf zun narkotiker wird, flüchtet im Grunde nicht aus
der nealität in die Irrealität, sondern aus einer Irrealität in die andere*
jyan vertauscht nur die unlustvolle alt einer lastvollen« und wie man
gewohnt ist, die Wäre zu bekamen und später, bzhw« stuf Raten zu bezah-
len» genießt man auch die narkotische Irrealität, die künstliche vuphorie,
ohne viel an die spater Fällige Zahlung aus dem schätze der Gesundheit
zu denken, die ja^auch auf Katen erfolgt, so daß bis zun snter^awg noch
Zeit genug bleibt« ^as opfer Übersieht geflissentlich den krassen Wider-
spruch zwischen dem exklusiven Kgoisaus, der ohne ??aske auftritt und die
soziale Verantwortung einfach abschüttelt und seiner seUbstaufhebung
durch Zerstörung des Lebens«
Die Schwindel erregende Statistik über den internationalen ijandel
und Verbrauch sowie die fkot der 'leuhoiten auf diesem Oebieto machen
die ^euch© der Rauschgifte zu oinaa weiteren rnarakteriä&kum unserer
unserer so vielfach geschlagenen zeit«
Arzneien und forste
Fast Alle, die nicht selbst zu den opfern der Rauschgifte gehören,
verstehen deren verderbliche Bedeutungf wenn sie genug Charakter haben,
hüten 3ie sich und andere vor deaa schlecht getarnten selbstiaord« paff? gilt
Ufr ff^U
' aber 4Bich£-*9n-'den Arzneien, den Produkten einer der größten Industrien
der weit, die von sämtlichen RegLerangen nicht nur geduldet, sondern
gefordert, von einem die ganze Erde uaspannenden fiandel vertrieben und
von der presse sowie allen andern propaoandaK>rganen und vor allem von
den Ärzten als nützlich und unerläßlich empfohlen werden« An sie iiaben
wir uns fast zugleich mit der futtermilch zu gewöhnen« sp&ter werden wir mit
JYeundüchen und unfreundlichen Mitteln angehalten, sie einzunoteen, bis
unser natürlicher Widerstand uberMAinden ist und wir es sozusagen freiwillig
tun« selbst wenn wir erfrranken, wird unseren Organismus iaoin Frieden
BBgönnt« iian 18ßt der ?jatur keine Chance, in !?uhe ihre teilenden Kr&fte
einzusetzen« Pillen, Tropfen oder «ar Injektionen dringen in unsere lewebe
ein, sodaß der gerben dio iprankheitoorregor kämpfende Körper sich gleich-
seitig gecen eine chemische offensive zu wehren hat* Die Hatur siegt
trota allem oft, aber nicht inner. jenn die polten ertraglich sind,
werden sie als unerwünschte Begleiterscheinuncen der erx»1iriüchten HfeiX-
\3irfcung hingestellt« ^Lnd sie aber schliian, so kann man sie entweder andern
Faktoren zuschreiben oder eine übertriebene Pools verantwortlich machen.
Die Folgen treten -abop-, manchmal 3ehr ap&t ein. Der Krebs, der nach
jähret erscheinen mag, kann ja auf vielerlei Brsaehen zurückgehen,
naß diesen Jemand im Einzelfalle r-ründllch nachforscht, oder daß das
überhaupt möglich ist, kommt praktisch kaum jemals vor.
na die medizinische Schule, die jene Arzneien mit ihrer Autorität
deckt, unbestreitbar gewaltige Leistungen aufzuweisen hat, besonders
auf den theoretischen Gebieten und in der praktischen Diagnostik,
hat 3ich bisher gegen die gesamte schul© viel weniger Kritik oder
Opposition erhoben als gegen alle ?jHchte der Erde, einschließlich der
geistigen, mt eine einzige schule bestreitet hartnackig die Richtig-
keit der herrschenden arztlichen Praxis und der ihr zu Grunde liegenden
Theorie, es ist die rjaturheiliamdo, die in manchen lindern verboten ist
wie aohnPdcr Schwindel, in andern in bescheidenem naße legal vdrken
kann, lie vernachlässigt zumeist die Diagnostik, wll ihrer Krankheits-
lehre entsprechend die Matur die Kraft hat, Krankheiten zu heilen, auch
Yjenn diese nicht definiert sindf vorausgesetzt, daß der Leidende zu
naturgemäßen Lebensbedin gun con zurückkehrt und die rjatur in ihrer auto-
natischen Therapie nicht gestört vdrd^ls ein© der wichtigsten natttrlichen
Lebensbedingungen wurde die vegetarische Währung, bzhw. Rohkost erkannt*
ein konsequenter Rohköstler krebskrank gevaorden i3t.
Eins Psychologie der Tjedizin ist noch nicht geschrieben worden.
15
lim aber unseren <3ch3xu^olgorim^ das rtfrfl.fln Höchstmaß an Objektivität
zu sichern, ««ollen wir einige psychologische Beobaehtunoen ■IMiUUltllflSlBt.
die einer systematischen Bearbeitung dos jwblems vielleicht als Ausgangs-
punkt dienen &&ißen«
TJir erinnern uns der iß, Anfang -dieses Kapitels geschilderten Gesellschaft
im Garten und. an das --rlehnis der Daß®, das nun gleichem ssum ijotto v<ird.
Auch die ifedixin geht ge$sn die nichtesensciilichen fjaturwosen vor, als ob
sie alle gegen uns verschworen tätrea und als ob in keinem Fall© j^fmbiose
oder friedliche Entfernung in Betracht !£se» sondern nur ein einaiger
uatfbUt8si@er ?erniehtunsokrieg» es ist unmöglich, sich des Eindrucks ssu
erwehren, daß auch die denkenden Kßpfe, die diesen poldzug planen und
ftDiren, infolge unbewußter wringe in ihnen der mtur gegenüber in
eine ^tuation unfreiwilliger Feindseligkeit geraten sind. Der konkrete
Umstand der Verbindung mit der naturfeind liehen pharmazeutischen Industrie
mag mitwirken, spielt aber keinesfalls die Hauptrolle WDie entscheidenden
Ursachen liegen auf der bereits aufoeaeigten Linie,unä darauf weisen auch
die sinnfälligen tyq&mm hin* m den Empfangs- und ordinatioiisssinxärn
der mod.ernen Srate sind die Fenster in jeder jahreeaeit ^schlössen, und
auch in den sonnenarrjen ggtaftMM sind diese ßfcaae Tag und jjacht durch
Iforhang© verfinstert und Mfnstlieh beleuchtet.
~ie ^aupttatigkeit des "hlrurgen besteht im vegschneiclon und
schneiden, die des Internisten im fStem schädlicher oder für schttdlich
gehaltener orßanismen, niese JCrste stoßen imer vdaier auf die Frage,
wie diene Tötungen en eigen k&nnen, ohne daüauch der isensoh getötet oder
geschädigt sird* rer tf bliche vernichtende Angriff auf Amöben kann, um
nur auf ein einsigas Beispiel hinzuweisen, entweder den orvAInochten
erfolg haben oder einen Teil von ihnen in die Leber treiben, m 3ie
viel liüTlMimrp schaden amdehten als im raroj odexper ^lensch vdrd h&k
Angriff raitge tätet« -jaturhcdlfeundlgo, 'die nicht auf das $$ten
erpicht sind, wenden mit erstaunlichem rrfolg eine plÄt an, die das
entzündete parmgewebe heilt, den Ar-Öbon also die Lebensbedingungen ent-
zieht und sie sur Auawanderung svdngt, nicht zur Einwanderung in die Leber,
paß die herrschende schule nicht auf solche Ideen kommt, die ja so nahe-
liegen, kann sich nur aus ?jatur~furcht und jjaturf oinds chaft erklären.
Das vorhalten der so weithin anerkannten schule ist eine seltsame
vdschung aus kühnem vordringen in das unbekannte und starr orthodoxer
Abneigung gegen einfache und naheliegende Revisionen, die allerdings
furchtlose selbstprUfung zur Voraussetzung hätten. Di« stärkste stütze
dieses widerspruchsvollen Standes ist der nahezu allgemein verbreitete
Glaube, man habe keine jahl und sei auf die Krzte angewiesen, obwohl
sie oft selbst krank sind und Andern nicht iamer^helfen können oder
sogar schaden.^ine ander© stutze besteht in einer Überaus häufigen
ttts cheinun gs form der Trägheit« Es ist ja um so viel leichter, für eine
von einem Andern ausgeführte Behandlung zu bezahlen als für die eigene
Gesundheit selbst zu sorgen, etv?a durch tägliche Gymnastik, um operiert
zu nerden, braucht der Fatient auch nicht viel mehr zu tun als sich
hinzulegen. Tin Raturarzt, mein Freund, sagte es besonders schon j
»«Die Leute glauben beim Arzt oder beim Apotheker Gesundheit kaufen
zu können.» ~>ie gefährlichste qtütze der offiziellen iiailkunde sind
aber die oft sofort sichtbaren Erfolgs oder Scheinerfolge ihrer
Pharmakologio, die den langsamer »/irkenden schaden verschleiern»
er flucht in die giftige mphorie entspricht eine andere, der
dauernde Drang zum Arzt und ins Krankenhaus. Vielleicht vfiäre xatromanie
der rechte Tiamo dafür. Es sind nie reine Erfindungen, die alle diese
T/eute zu den Ärzten und oft genug auf den Operationstisch bringen.
Die vorgebrachten Beschwerden pflegen einen wahren ?'em zu enthalten.
Aber psychische 'Olive werden diesem fern zum Treibhans. Es sind zumeist
7
unbefriedigte oder Gescheiterte, vor allem diejenigen, die riebe vergeblich
gesucht haben untFl Andere brauchen; die ihnen Ulrsorge und pflege als
|
Tiebosersats ange leihen lassen« nie psychisch Geattderen unter ihnen
finden früher oder spater den konstruktiven rsatz,und annähernd auch
Senesung^Yin sozialer Arbeit für schwächere, Xrmero, unglücklichere«
arauf sollten Beaai^hungsn xm psychologische ??assenheilung planmäßig
hinarbeiten. MV doppelte erfolg der Heilung und Aktivierung *Sre
umso bedeutender als die irreale oder halb-reale Arbeitsunfähigkeit
und ijilfsbedürftigkoit zu einer aironomiooh unerträglichen Last zu
werden droht»
nie Irrealität des Geldes
rwe neueste Abschnitt der Gesellschafts-*ind öeistesoeüchichte
sah einen alle ^orauasicht Übersteigerten Triumph des Materialismus,
und dieser Triumph hat einen januskopf • sein kooaunistisches Qeaicht
verkündet die forwirklichung der Ideologie des natur^via m ns chaf tlich-
I-iis torischen üaterialisnua in der iaar^st^cl>-leninistischön Gesell-
schaft großer, mittlerer und kleiner Staaten, die zumindest ein Drittel
der -r<lbevölkerung uiafassen«swiöP<^^
pa»t1aitofftwi1mWiririBgy^ nie tem^ainistische Soziologie bezeichnet die
Tältur und das geistige schaffen als den Uberbau der Oesellschaft*
Obwohl dieser Tjarae nicht besonders gut |Mtittfel ist, mxst er doch den
nicht-mat or iellen oder mehr-als^aatorieXlen ötttem ©Inen organischen
platz in einem Ganzen an« niese Soziologie ist also monistisch«
Das kapitalistische losicht des januskopf es proklamiert die Macht und orolie
des ihm gehörenden Tritteis, in dem ein anderer imterialismus bUttht,
der ökonosiische« Pi© KT&fte dieser Ökonomie scheinen von ihrem Höhepunkt
noch weit entfernt zu sein und weruon iaoeft von Tag zu Tag zusehends
größer, jn seiner Ungeheuern Dynamik und in seines Dqpansionst-
drang vÄchst dieser Materialismus mit seiner Ökonomie nach innen und
außen« Aber Uber die Grenzen der Ökonomie kommt er nicht hinaus und
kann in einer absehbaren Zukunft die ideologischen Boreiche seines
Drittels nicht erobern noch durchsetzen, nie Ideologien verwehren ihm
den Einlaß jgtfsind kohttrent genug, um seine Vorstöße abzuweisen. Diese
Ideologien heißen Religion, Nation, Tradition, berufen sich auf einen
Vertrag mit dem philosophischen Idealismus und nehmen von zeit zu zeit
und nach Bedarf anders klingende Namen an, ohne sich aber stark zu vor-
h
andern. Ue nemen nur an Radikalität au und ab und rücken bald nach
rechts, bald nach links, sie verändern sozusagen ihre Temperatur und
ihr Volumen, aber nicht ihre chemische zu MNMMM t aung • Derselbe Bankier,
der nur aus Berechnung und Profit zu bestehen scheint, geht hie und da
auch zur Kirche oder unterstützt sie zumindest durch sein Scherflein,
Er kann z,B, auch dem KU Klux Klan angehören, einem Operntheater groß«
zügig unter die Arme greifen oder einem yuseum original® von :mrhol und
!*>ore schenken, nie Geld, hie ideal,
, . rlne name, die einem umfangreichen
tppara^zustande gebracht
hat* und die amerikanischen Städte mit ihren voträgen heimsucht, scheint
eine Ausnahne zu bilden, indes sie unter Anwendung piiiloaopiilucli&i' Termine-»
-logie von so etwas «1» einem Dollar kult als neuester Religion
^in solcher Versuch zur Überschreitung der schließlich festgesetzten
Demarkationslinie wird dem liaterialismus wenig nutzen, mim dieses gesamte
Drittel versteht teils logisch, teils instinktiv, daß es seinen Dualiaa»»
braucht^ weil esNmit ihm identisch ist.
Es ist einer der monuraontalen Widerspru*,che im Kapitalismus, daß
'lle immensen materiellen verto, die seine gesamte ,?elt bev/egon und um die
sich alles bewegt, in ihm im Qrundo einen untergeordneten Mg einnehmen.
Obwohl sie die wahren Herrscher 3ind, verneigen sie sich vor den Idealen
wi« ,vor Göttern, die ihnen regit Imitat verleihen und sie schützen, sie
müssen es tun, und es lohnt ihnen«
Auf den ersten Büclf könnte MM annehtaen« innerhalb der materiellen
forte sei das Geld die f^uptsache« Dao gerade Qe genteil ist der Fall«
nichts ist scheinbarer als die pjjtMW äes Oeldes« es ist fast nur ein
Sprabol« Theoretisch v/llre es ziemlich leicht, das Geld abzuschaffen ohne daß
die irtschafts- und nesellschaftsordnung bedeutend© Veränderungen m Q^^xu
erfahren brauchte. ***U*> ÜU^**., w ^ «U^'A. Av6,, Ui <h+* M^ff^ ^^T^^^.
Des ökonOEiischen Leichtgewicht des Oeldes steht jedoch ein enonaea
Schwergewicht seiner psychologischen Funktion ge^rälber. zwar sind es
nicht mehr die heraus eisenden Gold- und silberalinzen, sondern nur von
Maschinen besorgte taathessatisehe tjpcjrationon* von denen die armen Reichen
nicht mehr in fghden halten als die auch Hsihetiseh isesenlosen scheine«
Aber die Bedeutung dieses ?&chto ms Ana und Reich ist viel größer als
die der gLitsernden Minsen es jemals mrm „arum ?
ra braucht natürlich nicht erst äuge gaben m Verden» da§ das oeld, solange
es in Geltung bleibt, für Jeden real notwendig ist« Doch unsere Frage be-
sieht sieh auf die Überschreitung der Hotvendigkeit, s«B« auf die Geldgier
von 'dlüonSEren« die in manchen Fallen nicht minder intensiv ist als die
AbhÄigi^eit von Rauschgift on. Die l#sun£ ist den früheren Brßebnissen
■«öllig analog« Das f&snlose ist auch hier nieder ein Ysatz für das ;#sen-
hafte, für echte Befriedigung für alles ?Jcnte9 dessen Kern fttr den '
■ansehen ohne Zweifel die Liebe ist, u«sw, Liehe im besten 5innet
auch ±sn sinn© dos frühen Buddhiscais und des frühen Christentums,
Denn das Verlangen nach Liebe wird umso trüber, Je liebloser das
Leben wird« Tri eine d^jKa^öenerirainio chen ifoilanstaltj^i fUr Geisteskranke
cariet ein seiner Veranlagung nach normaler und ^»^BxjQabter junger ££ann«
weil sein Leben su einer Serie von Enttäuschungen und nrsclfatterungon
geworden w, Her^nskJfltG, peinseligknit«. ^änterhSltigl^oit, tfoorthraoh
4o
und die tögLich beTdesene Flüchtigkeit von Gefühlen und UnvorlSliLichJaolt
von Beziehungen hatten ihn das biologisch unerläßliche vfcttesm an Tert-raoen
und Sicherheit gsnom en» in der Anstalt aber hatte er da? eine
Partnerin zu finden, der dasselbe widerfahren wer« 30 gaben Beide einander
das vertrauen wieder und konnten gemeinsam ine Leben zurttetoehren. Diese
Kurzgeschichte, die fast zu rührend klingen ma& um vahr m sein, ist es
dennoch, aber es gibt/jee!» viel© lange Geschichten ohne hafspy end und
unzählige TebenslBufe ganz ohne die herbeigesehnten p"ei®5ieae und p£M§M%
AblÄufe aienschlichen Baseina ohne den geringsten Trost. Pie usehanisleruag <Uk
vervielfacht die Besiehungslosigseit. wer schaut den Beamten oder die
U«Hnt1n ob sehalter an, wer hat für solche Studien oder für solche
tflhlungiahme seit J ? Eine A*»30sphttre der önoaraherzi^seit verschlingt
vÄnasre Regungen« zwischen Lehrern und Schülern besteht Fsresdheit, die
??aschine trennt auch sie, sie ßberntet Kr Ziehung prttfung und verant-
vjortun^t So gerät unsere Monachlichkeit auf den lieg zu absichtsloser
VGrarraung»
was f/under, wenn vdr mit allem KStoflichen prunken, um unseren *&ngel
zu verbergen, und ein von Köpf bis FuB künstliches Exterieur anschaffen,
im Andern und uns selbst vorzutäuschen, daß wir der Liebe mm% sind
und sie reichlich genießeni und nach dem schabigsten aller Ersatzmittel
jagen, um dieses dagegen einzutauschen, ms wir um unseretwtllen nie m
orlancen hoffen ?
90 ist das Qeld, das der moderne ?jensch für das maximal Reale
oder sogar für die einzige Realität halt, vorwiegend Fiktion^, teeel«
ao vdr tun, ur es zu erlangen, ist daher oft pMg in zweiter odev noch
viel Höherer Potenz irreal, von relativ harmloser Verleugnung unserer selbst
bis in die Abgrunde routinierten Verbrechens«
ZI
Per noderne maisch und die arbeit
jo etlicher das Verhältnis zua Oelde vdrd, desto frostiger Tatrd
die Basdehimg sur Arbeit« Bas einfachste Kriterium Oer Verbundenheit
ist das festhalten an einer bestdsssten Arbeit trotz lockenden Aussichten
»•
auf fsrbesserung des T&nkomnens« Dieser prüf stein kommt allerdings nur in
denjenigen Gesellschaften in F?&gp$ in denen frei© Berufswhl herrscht
und der 1 Übergang von einer wirtschaftlichen B>sition aan) andern
niolit verboten ist, solch ein Verbot e&istiert theoretisch und praktisch
ifflser noch in dem durch die religiöse jeihe geactttttsten starren gasten»
-messen Indiens, das den $5tmm aller Generationen die Berufe der vttter
auf zwängt, ohne daß ihre individuellen Begabungen und Neigungen et*ms
MüSHI kirnen« Auch außerhalb der eigentlichen Sklaverei mren halb~versl&avtc
Stande dam Fluch dieses Erbes auch in Europa durch lange ^schichtsperioden
untemiorfen, insbesondere im Fsudalisi&iS, dar ja auch heute lebende nach»
korsjen hat, m toier es noch öroßsrundhesits gibt«
Ijaaor Frieder gibt es auch noch Autoren, die an der Sklaverei, ein
gutes Tjaar findon Böllen und Hit der Behauptung operieren, der ?ersidavung
von Kriegsgaf angenen und ganeer Bevölkerungen eroberter Qebiete sei der
Brauch der allgemeinen »jioäerBetzelung vorausgegangen« Detanach sei die
Versklavung ein Auf stieg von der brutalsten Barbarei su ßüderer Behandlung.
Diese An?*ahrje ist logisch defektiv» Denn m es bereits Arbeit zu tun gab,
iad© die der primitiven t^and^lrtschaft und viehsueht, oder sauarboit,
¥«rde sie ja ursprünglich not^wlißerweis© von eben denjenigßn getan,
••3ia sie spater den Besiegten aufbürdeten« so ging also die ©jtrdcklung
den 7og von der profc&feivWI zl^jirm Arbeit zur Http 3criü?'ion Ausbeutafefi
Wenn -sir daher in ginne von ijerturteilen Büder nie die des Auf- und Anstiegs
verwenden ^sollen, können vdLr den tJborgang von einer produktiven zu einer
parasitären Gesellschaft scbvaarlich als Autttieg bezeichnen, auch mm
wir auf jede eigentlich ethische Bewertung verzichten»
•Mir Jüedergang aas 2» einer auf Sklaven! ge#*undeton parasitären Gesellschaft
kam wahrscheinlich gleichzeitig nit den positiven pjrt^dcldjungen, die
sum vollen Neolithikum ftflirtcn» es viar deren negative Kehrseite, oder
das atnätrts führende ßcsells rhaftlicho Qeoenspial eines starken Aufstiegs
der ??±r tschaft, die von der parasitären stufe der Jagd zur produktiven
<5tufe des Ackerbaus gelangte, Tias eine höchst beraorkensivertö Divergenz
von dxtschaft und Gesellschaft bedeutet.
Oft kelirt auch die Behauptung v&eder, die Arbeit sdehe den Renschen
nicht an, ei* habe sie ianer nur gezwungen getan« Solche Beobachtung *n
können aber nur da gemacht worden sein, m $Oaverei oder ähnlicher
Vfcrfala der Gesellschaft und des Keuschen bereits den Hintergrund
bildeten« Hingegen ist erfolgraich© BeaMhun^ die also ssur Verbesserung
von zustltoden führt, pidrür lustbetont vde die i^eud© de? fdLndes an
seinen wachsenden 'türmen* sie ist der Ausgangspunkt für ^aeaensirkea,
oin geEseinschaftsbildender Victor. Ü ist die Arbeit an sich, *de sie
sein konnte und kann, in Gegensatz su der degradierenden und degradierten
Arbeit«
Die natürliche Freude an der Arbeit hat sich in bescheidenem uaße
erhalten, inde» sie fast unben?erkt durch diejenige» Bedingungen hindurch-
gelangte, die als z^ans* FW» und Erniedrigung das Arbeiten mit tiefen
Leid assoziierten.
Der lustvollen Be»iehuns zur Arbeit sind aber nicht nur jene größten-
teils Überwundenen Treue! ungünstig, sondern auch die Bedingungen des
modernen Lobens, Jedenfalls in dessen kapitalistischem Sektor, vielleicht
auch im k^rnnis tischen« Der Profit als Zielpunkt der Planung und Ausführung
1St l^ThZ^^ *** ***** der BlllllW^ltillllim, unter der Herrschaft dieses
PrinaipsAnicht um ihres tw-U» willen getan, und am allerwenigsten um ihrer selbst
23
willen, or ifensch gerat nieder in eine [#rinßg©aehtete Position,
als Konsument v&e auch als B-oduzent. Die Rolle des HDnsuraonten ist
Kit der Zahlung fast schon beendet. #ohl soll er auch zufrieden sein,
aber nur um weiter zu bezahlen und Andere zu Fensum, d.h. Bezahlung,
zu veranlassen, nie Rolle des Produzenten ist im FrWistadium die des
wonkurrentan der Maschine, doch aus dieser Konkurrenz geht er, der
weitaus schwächere, als halb und halb geduldeter Diener der Sieoerin hervor.
tjnter solchen umstanden doch noch einer gewissen Liebe zur Arbeit
oder ihrer jertschSStsunc zu bege^Jen, ist überraschend« es ^ar in Jerusalem,
y*> ich vor einigen Jahren auf dem Wege zu einer Begegnung bemerkte,
daß meine schuhe schmutzig ?/aren. ich trat an einen schuliputzer heran,
der an sein Y:erk ging, rieb, glättete, bürstete und das noch und noch wiederholte,
als ob sein oder Nichtsein davon abhinge. Der scbaane i/ederersatz
gHJnzte schon s&e ein Spiegel und os war für mich fast schon zu sp£t.
ich drängte ihn zum Abschluß, indem ich seine Arbeit lobte und bezahlte,
aber er ließ nicht locker und hielt mich fast wie einen Gefangenen fest,
bis er selbst seine Arbeit vollendet fand. Gerade weil es eine eher unbe-
deutende Aufgabe war, der er sein Können mit solchem Ernst und Eifer
widmete, und viel mehr tat als er mußte, um seinen lohn zu bekoo -on,
verdient jener junge Orientale der Vergessenheit entrissen zu werden
und als Symbol fortzuleben, et tat seine Arbeit nicht nur für den lohn,
sondern zugleich um ihrer selbst willen und schöpfte aus ihr reinere
Befriedigung als der moderne Burdiscbj&itsmenach.
18 muß eine in tiefen schichten des Seelenlebens bemihrte Tradition
30 in, die einen isenschen befähige, die Integrität seiner Beziehung zur
Arbeit trotz allen ihr so ungünstigen Bedingungen aufrechterhalten.
Die Stärk© des Eindrucks der Ausnahme läBt die Regel noch deutlicher
hervortreten. Angosichts der klaren Recel muß zu ga geben werden, daß
der Kgraiunisnu3 theoretisch einer gesunden Beziehimg zur arbeit
günstiger ist als der KapitalisESis, noch kowst ea auf die Praxis an,
auf -ä^sW^öobächtung dos Tabens hUben und drüben, die allein ein
kompetentes ürtoil ermöglichen nürde.
^^enscherajürde
20 den Charakteristika einer zeit gehört sicherlich eieren Auffassung
von Vrürde und die Beziehung der Renschen au dieser .m den alten Kü«i^
tttnern und Diktaturen waren qoehsut nach unten und Kriecherei nach oben
in Jahrtausenden derart sur Selbstverständlichkeit geworden, daß es auch
unter den am höchsten m enta&ckelten Individuen mir sehr wenige Ausnahmen
gab« ".an erinnere sich einer wohl nicht authentischen, doch lehrreichen
Anekdote über das Benehmen ooethes und das Beethovens.
Die neuen Diktaturen, die mit der ko^amistischen begannen, mußten
einen an lern stü entwickeln, pen vorfccsiLiiinistischen sozialisraus hatte
brüderliches Benehmen entsprochen und die komministische Diktatur konnte
es nicht bald verlassen, ohne ihr proletarisches Prestige ssu gefährden«
ner italienische und der spanische paachi^Jus hatten es in dieser frage
einfacher, denn das voraus ge gangene regime verpflichtete ssu nichts. sodaß
ein paar Imitationen schnoddriger Völkstublichkeit genügten« Hingegen gin.i cas in
der deutschen Partei, die sich a* ausgerechnet nat ional-« so aialis tic ch» nannte,
nicht oanz so glatt« Der extrem militaristische Charakter« dessen kriegerische
ttfiU Pläne im die ^undaraente eingebaut waren, erforderte straffste tjt>er-
und cntoiwdnung| aljer die in den passen noch eingewurzelten sjfcteaungeri,
sozialistische und korarunistische, verlangten ein paar Ipaehahmungen des
brüderlichen itils, der in den Anfangen allicdiuiffDoJie Tiomosemalitut
noch nehr anzuregen drohte, was mit pücksicht auf die parteigenossinen
u.s.w. nicht anging« so stürmte man zvdschen skylla und oharybdio los«
Alle Diktaturen, links und rechts, gelangte! nach tasteivlen Versuchen
zu jener aufrecht sinnlichen Routine, die ganz gut geeist ist,
Anßst, imterwürfi^keit und <asochismus einerseits und (Srtl3eawaki
und Sadismus anderseits zu tarnen»
Aber jede Staatsfora hat ihre Schachen, auch die von voller
Auswirkung ihrer vorzöge noch aeit entfernte Demokratie. An sich ist sie
für die lUrde der einfachen Leute nicht ungesund, im Gegenteil, sie gibt
ihnen, besonders hierin wählen sich nahern, ein erhöhtes Selbstbewußtsein.
Zmr leidet dieses unter der häufigen Begleiterscheinung der gegenseitigen
Herabsetzung, doch bleiben solche Trübungen so ziemlich auf die zeit
des -?ahlkampfes beschrankt, !&n®3ßem wird die llrde der oberen, der
Kandidaten, der Popularität geopfert, ms schwer sein mag, wenn sie
vorhanden ist. Da konkurriert der Staatsmann mit dem Fllßliebling.
Kr gibt offen zu, sein verhakendes Gesicht für den Bildfunk färben
und schEdnken zu lassen, um den Effekt der z.T. selbstgemachten Rede
nicht durch ein erotisch neutrales iMÜ Äußeres zu beeinträchtigen,
lächeln und isrregung sind unter der Anleitung von Fachleuten vor dem
Spiegel einstudiert und der "lang der Stimme laird nach Tunlichlteit
veredelt. :oraö glich mobilisiert der ifann auch seine Frau.
jemand kritisiert diese ««thoden, im Gegenteil, sie finden viel
Nachahmung, auch bei riichtpolitikem, für leren Geschäft leliebtheit
von vfert ist. -'an vdrd erfinierisch, produziert üeuheitun und kopiert stz
einander. Die neueste Phase der Demokratie scheint den Menschen also
ran f!lov/n machen zu sollen.
nie Beziehung des modernen ijenochen zum jert
jertbegriffe ^aren immer in 3eraro@ang, obaobl die religiösen und
philosophischen Lehren grandiose Versuche darstellen, sie ein für
alle mal festzulegen, um spfcftore Knfierungen ausssuschließen. nie
VerandeMJLehkeit ist der anschauliche Beweis der Subjektivität und weist
darauf hin, daß auch dasjenige* «M als objektiver .erb erscheint, nur ein
Objektivität erlangt hat. Subjektivität bedeutet zugleich Relativität«
^ir haben also nie die unbestreitbare Gewehr dafür, daß die existenten
oder postulierten Binge den v'ert, den wir ihnen beilegen, an sich haben»
noch kann für frühere lachen zumindest das als Regel gelben, daß ?jaasehen
sich daran hielten, was Üt üftKÜ sie selbst als Wert erkannten und an»
erkannten»
Die Betrachtung der Gegenwart jfeer erweckt zvreifel, ob das immer noch
gilt» Big Leute beten e/o» den Erfolg an, ohne ihn auch nur auf die eigene
Annahme einer Berechtigung au gründen, auch ohne au bestreiten, daß Ja sie
selbst den erfolg machen oder doch den nanptanteü an seines Zustandekommen
haben, nie neueste Literatur, punst und Musik bitet fttr die r&chtobjoktivitat
dee Erfolges manche klassischen Belege. Venn -gfacat anderseits1 ungedruckte
Bücher, unaufgefülirte Theaterstücke und syi^honien und staubbedeckte unausge»
stellte Skulpturen systematisch aufgenommen und mit den veröffentlichten
Werken verglichen bürden, könnte eich herausstellen, daß die summe des
Verschmähten gegenüber der Summe des Anerkannten *^esensunterschiede auf^mist,
bedeutend genug, um das Gesamtbild der Zivilisation ssu verschieben, aber auch
einen markanten 7/ertuntersehied au Gunsten des unbekannten oder zurückgewiesenen,
ahrscheinlich -würde aber an fast allen werken dieser letzteren Kategorie
eine gewisse Fremdheit gegen die Tendenzen der Heutigen auffallen und hie
und da «Kren sie in deutlich erkembaror Opposition zum herrschenden
Goschraackj wahrend für das erfolgreiche schaffen sich als bezeichnend
orweiaen wurde, daß es dem Zeitgeschmack entspricht» Die Kongruenz von
Geschmack und Erfolg wird zum Teil darauf beruhen, daß es eben diese werke
waren, die dun existier enden Geschmack erzeugten oder mitbestimmten, zum Teil
aber auf elastischer Anpassung an T/ohlvorotandeno •fUnsche oder Bedürfnisse.
Eine solche Gegenüberstellung WÜVio Jedenfalls mit Sicherheit ergeben,
intersubjektiver ist, dJch dio «allgemeine»» zustdusaung den Anschein der
daß Werl und Geltung nicht in der naiv angenoEsaenen Bessiehung von
Ursache und Wirkung stehen» Täfle Banalität ein© weit erobern kann,
dafür besitzen v/ir ja in den Beatles und deren vielen liacheJmern
gana höbsche Beispielöl/Diejenige jusend, die ■&mmsfmM8i£tr ***
ihnen einen Inhalt mir Fällung der sckaersOichen l/aere -Söder finden
noch sucheni aber «prost fUr die Leere -4.© sie eben ist» berauschende
Belustigung über groß© Anait.
Daait soll keineswegs gesagt sein, daß der Qegen^art S«rt überhaupt
fremd gevssrden sei oder daß erfolgreiche Literatur, "imst und L«usik
insgesamt raindensertig seien. Aber Wert und Erfolg bestehen ,1etat
nebeneinander, als ^örde Jeder "son Beiden einer andern tjrsachUohkeit
angehören« Ü ist als ob unsere zeit einen uralten Kausalnexus
unterbrochen hätte»
t?er ist gUlckÜeh ?
Da *dr so wesenlos und so lieblos geworden sind, läßt es sich
für die Gegenwart kaum noch aufrechterhalten, daß hie und da ein
Glücklicher gewesen« oder doch ?
ES hieße jedenfalls nicht Amerika entdecken, wenn mn feststellte,
daß die vielen Hungerleider, denen manche Unterstützung gesoiiiclct,
aber unterwegs zu einem hübschen Teil gestohlen aird, nicht au den
$Lttcklichen gßWvrn. Di© i&ilionen mder und Latein-^rikaner, die
sich im Laufe ihres kuraen Lebens kaum jemals satt essen, «erden
aber gefressen, u.aw« hauptsächlich wn der eigenen TTbitterung
über die verhaßten Reichen, m Indien werden sie durch das versteinerte
geseHschaftssysteia gana unten gehalten j in iidttolstanclslosen mstan
-Vtrw r
leben sie unter dem Druck der grausamen, <tas»eh süllätr verschilften
Bedrohung durch justis und polisei, de en unverhttlite Aufgabe es ist,
die so kraß ungleiche Terteilung der Qöter zu verteidigen« Die glenden
fragen nicht danach, ob die Reichen glücklich sind» tfir Jone ist das eine
selbstverstawUiche Waussetzung, da ja die Besitzenden in ?tDLle alles
das haben, ms den Besitzlosen fehlt und dessen Hange! sie bewußt unglücklich
»acht» per yangel bringt ja infolge der chronischen Vergiftung ve» naß
und ait auch ihre unaufhörlichen privatkonflikte und FaMlieatragödien«
Allerdings stellen sich die Reichen, aus der 1#he betrachtet, als keineswegs
oo bencidcnsTfert heraus. Sie leben in schleichender, ihnen nicht ganz
bewußter nnruhe und ssrgD, eine ssehr oder minder va&a i^findung des
Bedrohtseins verrollt ihre oft krampfhaft Übertriebenen Qenüssei in
ihren ?al8sten können sie den gelegentlichen Anblick von aus Abfallblech
errichteten lohnenden schwer vergessen« Auch der frost der Kirche
bringt sie nicht über den Argwohn hinvjeg, daß das nicht ewig dauern
kann» sie leiden auch unter zahllosen ^Bten, die nicht direkt auf
ihre privilegierte Stellung zurückgehen» Ihre Ernährung bringt erst recht
--rankheit und fecund der luxus hebt die vielen Spannungen nicht auf,
sondern begünstigt noch Konflikte, in einseinen m Füllen auch Lobens&ordrttß»
rie trachten wir nun die menschlichen fjlntergründe politischer Tfacht,
30 kosr?en wir zu eines nicht sAnder traurigen Ergebnis» Einen Diktator
beneiden vernünftige Leute nie» m allerwenigsten tut er es selbst,
es sei denn daß schizophrene Eaphorie ihn jeder Selbstkritik beraubt»
Aber auch die Begslomanie kann zueilen von Anfällen abgelöst werden,
die den Kranken in seiner salbsteinschätzung noch kleiner machen als
er ist» Zerrflrbendo xnferioritätsvorstellungen Bögen in andeanschichton
seines Seelenlebens erhalten bleiben und zu leidvollen Spannungen führen,
die von den bekannten Explosionen gefolgt sind» sie können auch plötzlichen
Gesttodniszwang oder die überraschende Enthüllung eines empfindlichen
Gewissens bewirken, der Peinigung Anderer kann die unerwartete Reaktion
der Selbstreinigung folgen» Der Diktator braucht aber nicht in solche
Hilflosigkeit zu gerate und muß vom ^rßtonecheti überhaupt nicht
drastisch abireichen, um in e&ügem Unbehagen zu leben, real oder in
seiner Erstellung angegriffen und zum Gegengriff jungen, wifclgend,
um Weisung abramhreiw Den Diktatoren fehlt offenbar ausnahmslos das
bescheidene naß an öLeichf^cht, das dem durchschnittlichen i^tpoli-
tiker trotz allem noch geblieben ist. O^Mh^u ^UU ^^^^^^ *»W
Mit entsprechenden B&eMWa»0m trifft &« Konstatierung p^cholo^
giaeher Schwierigkeiten auch f«r Leute in den obersten Positionen dam- ^
Italischer Tender zu, und sogar för weitaus geringere Größen der poUtlJ^^^
und ven«anlter tfltigkoiten. selbst auf einem Gebiet, das einst als das
gerade Gegenteil der Politik und des Krlegnem» galt, in der Wissenschaft,
sind bedeutende Personen in schüre Konflikte Eilt sich selbst geraten,
vor allem Atomforscher und Andere, die sich der grausigen PW»q0MmtmN
ihres Werkes *»hl bewußt sind, ohne aber ein liaim in allen Staaten
des Erdballs ihre Arbeit niederbiegen und ihr «berlficpnea Kennen in
den Dienst der t^bonaerhaltung zu stellen»
sein, daß einmal eine seit taasen wird, da yachthuneer von
Überdruß und der Bestaune auf die unersetzbaren vierte des einmaligen
Lebens abgelöst Verden wird. Bann wird es schmor Bierden, Leute zu finden,
die bereit sein werden, die fUhmng zu Übernehmen. Hhnüches soll schon
vorgekommen sein. !Jach dem biblischen Bericht sollten sich Propheten
sehrmals vor der Berufung drücken, um in Frieden zu leben»
Dar Friede, der das rßück ist, hat den Verzicht auf die vielen
Scheinaerte geisiß zur Voraussetzung. Der Verzicht ist aber noch nicht
selbst das Glück. Dieses ist gestuft und nicht fUr Alle gleich, doch
die unterste stufe ist lür Alle dieselbe, es ist die der Befriedigung
der elementaren Bedürfnisse. Da die Liebe zu ihnen &M5ri, sollte das
Hecht auf Liebe in eine revidierte proiilsmaiion der Menschenrechte
auf genonisen «erden, pie höchste stuJte^nennen die Inder die des Einswardens
von Atoan und Brahraan, der individuellen Seele und der waltseele. vielleicht
aber könnte man das einfacher sagen. Dann laare es unsere Einheit sdt uns
selbst und ndt Allem, unserem Urgrund»
theoretisch ist es durchaus nicht unajtfgLich, die höchste Stufe au
erreichen, sie erfördert nicht Weisheit, /denn sie schließt die Weisheit
ein, weil sie der Inbegriff des Wissens ist und zugleich sehr als das.
wissen ist ja eine gewisse Besiehung eines Subjekts zu einen 0&3ekt|
da aber beide eins genorden sind, ist das bissen durch ein flMM
auf Gehoben, die Identität von Subjekt und Objekt*
rhjt(/L.
Aber die konkreteste Frage, die uns Alle angeht^ ist die, ob in
unserer zeit einfaches t?enschenglöck stfgUch ist. m Washington, Moskau
lind peking bltlht es wahrscheinlich nicht. Doch scheint es tu Ozean der
Hot und der Angst ir^sawo Inseln au geben, deren Bewohner naturverbunden,
einfach und zufrieden sind. Über den wert der Langlebigkeit läßt sich ja
streiten und sie ist kein genügender Beweis der (ÖÄckscli^eit, aber
iaaorhin ein Anzeichen, denn sie beweist Gesundheit, ohne die es eine
einigermaßen gefestigte glückliche ©eisten» nicht gibt* vor einiger zeit brachte
dassunday Tiara Magazine einen sdt farbigen und s cir, lars-weißen Fotos
illustrierten Bericht aus georgischen Dörfern, in denen nach dem neuesten
Zensus der Sowjetunion fast 2000 tfoerhtuidertjsttirige leben, in den Weinbergen
und auf dorn Felde arbeiten, maßvoll v.eln, rieib und öesang lieben, sie werden von
einem gsrontologischen Institut beobachtet| ««Tdie Angaben tlber ihr
Alter mirdon mit den erreichbaren Urkunden verbuchen und größtenteils
bestätigt, nor älteste Georgier ist 123. Die 'lusikalischen unter ihnen
haben ein Orchester gegründet, das in -TunlTfriii ara schwarzen Meer Konzerte gibt*
•a uns die vaßstäbe zur Schätzung solchen Alters fehlen, 2JH£t sich nach
den pildem nur sagen, daß sie viel jttn^er aussehen, zwei kernig© Gestalten
isachen eher dm Eindruck von gKtftfMbi Als der Älteste lobende *ttt*jtf*
gilt ein anderer icaukacier aus |PWlM*Ji% der ftM genannten saldoerächt
als Eseltreiber su sehen ist. ^r *olI 1ȣ geboren sein, iiash unseren
Begriffen 'Minien wir ihn fttr einen heben siebziger halten. ^/A
^gohl hat keiner wn uns Andern den wünsch nach so hoheia Älter
noch auch Aussichten auf ein solches, doch ist es uns ein Trost zu sehen, ^
daß die Menschenrasse noch verborgene Kraftcpiellen hat. >iese könnten ,
uns ja helfen, manches zu überstehen, v?enn wir laxr den totalen Brief ffflC/
verhindern können. , ' '
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mui., wenn es nicht durch radikale Kai nahmen rechtzeitig abge-
wehrt wird, können viele in den Sorgen und Genüssen des . ugen-
blicke befangene und t;efai:^ene i cute sich in ein lü. j, liebes
asres nous le oelu.e zurückziehen, und sie tun es.
Den -illen, aus einem Verderben hinaus zuge Innren, des
unseno, das groBe kollektivum der Lebenden und der Äom-enden
■and zugleich das kleine und n-'chste -• ollektivun zu erhalten,
stehen anderseiüi Interessen ret;enober, die, an Umfang und ~>inn
der r ' en, noch viel -kl lic1 er ..nrina als Jene nur
aus Besiehnngslosigkftit und [Trägheit bestehende | om des Egois-
mus, atiuvlich ;ibt es kein Zurück j es ist uns Völlig unmöglich. g
geworden, aus einer otadt In die andere lag« und .ochen zu Fltfi
zu £©hen oder zu den nur nach als sentimentale Erinnerung oeheg-
. iiilarden^jesch ift der Auto-
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^est^e^imr; auf
olt als si/ —
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es senoint sich au
lolchen ...ö^lichkeiten der Kettung
zu verscnlieken, die ihm seine astronomischen rrof ite oder doch
deren größten Teil belassen würden, olche ! cwlichkeiten bestehen»
und es war keine originelle leispung meinerseits, sie zu ersinnen»
Sie liefen sogar derart auf der Band, daß sie nicht eigentlich
erfunden zu werden brauchen. Denn des Lensinmotor kann leicht
durch elektrische Energie ersetzt sW-.'en, u. zw • auch Tür den frei
bewerten, nicht an bestimmte Fahrbahnen gebundenen Segen« Läegttt
ist die iUdfiöÄulatioiißteehnik so weit , Veredelte elektrische
adung zu ermöglichen. Die Umwandlung oer tutionen illr die trotz
allen Verbes;-: erun^en schlechten Benzinmotoren in Ladestationen,
in denen nur die verbrauchten gegen bereitstehende Akkumttiafrorea
ausgewechselt zu Vierden brauchten, ist in \iicht allzu beschleu-
nigten Tempo in wenigen Jahren auf er ganzen tele durchf fihrbar*
< n erforderlichen, freilich riesenhaften Umstellungen und In-
vestitionen ist die Amortisation zweifei os gekichert, allerdings
könnte es sein, dal bei kompetente Kalkulation der irofite sich
eine Diftf erenz er^ lbe, und mit dieser verglichen \ürden für die
Industrie auch die rükten globalen Gefahren her: los werden«
Dftfi eine solche -otx'aindikntion vorliegt, scheint schon durch
den bloLen umstand des Ausbleioens einer so naheliegenden
46
Neuerung geradezu erwiesea« Daß ein/ elektrischer m&m vox^-
iftufiß noch teurer würe, ist kein ifciohhalfciges Apguaenti
weil die Pr^isdiff *:eeaa erfahrtuaaBgeffläß nach einiger Seit
zu verschwinden pflegt, wenn »errangen sich durchzusetzen
be- i-x-cn. ..an bat auch den besyLciten Eindruck, &ft$ in keiner
der rührenden i-irmen in diesci:/ ^inne experimentell oder auch
nur theoretisch gearbeitet v/^Td, ala ob sie den Dia$©a ihren
-auf lassen oder es auf ein/n nach und nach eintretenden
Znsm .cnbruch aakonmea las/en wollten, um inzwischen aus der
unveränderten Jecnnik so Aaa. als möglich maximalen Gewinn
zu ziehen«
Da es sich aber uot ein iroblera handeH
hygienische und technologische Gesichtspunkt zu onj£s>&5lden hat,
nicht der reschlf tlio4e. wird das Lingreifen übergeordneter
Instanzen, soweit d
den gi sch-ü' t liehen /&e wahrt
sein» £er erforderliche le,
neu, dal: von ein/n bestinr.
Benzinmotoren verboten und
soll« -Oer vor
e sich noch
ingigkftit von
»X;cr zu vermeiden
Schritt würde darin beste-
angef an^en die Produktion von
!e : lektrif izierun. obligat sein
fereinirten Staaten würde wahrschein-
lich genasen,/ um der^ösuag des I roblens zur internationali-
sieruno zu v/rhclfen und dadurch im fingen der ...enschheit gegen *
eine ilirer IcJ^ersUn Bedrohungen die £ünstiLe latsche idun£ her*«
belauf ihre#; Clr^Oer Industrie selbst, die ebenfalls ungeheuere m
. cirra von I.ohlenä^SE^ mit nicht unbedenklichen .uantit;iten
von i.ionoxyd in die A tmospli^eentladt , parallele radikale nderun-
I cn i ^hrscheialich ebenso dur^^Uhrbar. Jts ist aber unwahrschein*
Lch, d©L in naher Zukunft eine 1*1 <*er sein sird,
sic\ im Kampfe für das Gemeinwohl y& die ^inansinteressen so
groIeV richte hinwegzusetzen« oder/deren viderst Inde zu iiber-
win en\ ;as fiele walirsc heinlich/der ÖSfC leichter, wenn sie ein-
1 so wHt wä^ei in entschieden globalen Belangen -esetz^eberiscl
beschliei.en\zu können und in/ ihre Beschlüsse auch die tenti&ende
^usführuncst-eWalt zu besitzen. Auf die virtuelle Bedeutung der
Vereinigten ha fcrenen für/die großen internationalen $mgß*
kommen wir auf 3. Näiuryck.
Jeder weit, daß das Vordringen und die Ausbreitung von
4^ ^ tld**<?fiui£^u
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itök, Jm^i f^tyAt^ y ^ C<A *u ^vt^^i f^u^t^ ^/juAi i^-^- ^/U^m. xj£~*/yS-
Ll^fA, lu> /Jj^Ajii^ "^^^W/ l/GJVK*^\C* stMsMÄKd^U. . £> uS^j i C*^twMm' MfcÄ'W^W
# / A V, J « > J rs ~ ± QUf
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AyJli<*> u*~* ~ Lf> & (I)^k^U vWoiy/* J^ä^ 4m* & U)^U
löte* VtfVjly. -^jJjtA. Tua*. ^J*s*±o e>^JjKjüeA^) l^^-^^Ui^tt^ favfo*, & jUUvv-
J[ ji^**Jb* T&u^tg/ jrdvJbM Y\f\A-<^o£L / <yo /t/1 ^Stly4^^Wt^^^ Jbub-,^
+ 0 oc/^^^r^e^i* fa£\ Su jiAjfl/t H/UjuM" ^ ^/.L&itn^ A^yA^*^ Aufa*^**^
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t£i U^j-JImsIh. O^^l^Uk l+faLtuj^t+j täh/jA* 'Via ^»k^w^** -ykj^A -^n««a*A ICa«vj^ /^i
j . ji/r^s K^ßv^A^ ^f^^j^t ^//Un ^ ''"^ uy il ^l ' — *^<&* 'x+xA
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XjOJUju T^tMfa *A*^UXf& pt^ff ^ ^pc^A OW^Uv yffV^A
\jUitK^<L,Ujr«T*J+> yC^zdA^JiJty^ -i~^z?f- * joAvt i&*iuA A£*?t >Uo AJ^a^M^U^,
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Es ist nicht die Religion an sich und die Philosophie an sich, zwischen
denen ein Antagonismus oder gar ein unüberbrückbarer Gegensatz besteht« Denn
der Buddhismus -zvb-», wenigstens der ursprüngliche, ist eine atheistische
Gegensatze liegen im spezifischen bestimmter Religionen und bestimmter phi-
losophischen Systeme,
Gehen wir von einem der kleinen Gegensätze aus, der sich jedoch auf
das Ganze bezieht und diel fundamentale Methode zum Gegenstand hat»
Religionen jeden Reifegrades berichten und stellen dar, erteilen Befehle
und erlassen Verbote« Das Berichtete und Dargestellte soll geglaubt
werden, und dieser Glaube ist die hauptsächliche Forderung oder doch die
Voraussetzung für alle Vorschriften. Das zu Glaubende wird aber nidit
bewiesen, weder durch Erfahrungstatsachen noch durch Logik, und stützt sich nur
auf Zeugnisse, die keiner Nachprüfung zugänglich sind. Die Annahme des
Glaubens erfolgt auf nicht-empirischen wegen vermöge nicht-logischer
psychologischer Vorgange, die jedoch einem spiel überaus bedeutender
yräfte entsprechen. Das Festhalten am Glauben und die dauernde Befolgung
der Vorschriften ist^eSn vorwiegend kollektives Phänomen, an dem sowohl das
psychologische Trägheitsgesetz als auch wirtschaftliche und politische
yächte mitwirken.
Zwar ist auch die Philosophie nicht ohne treibende Kräfte, die aus
dem sublogischen stammen; *jjKt Uber Annahme oder Ablehnung ihrer Lehren
entscheiden zuweilen ebenfalls emotionale Reaktionen. Doch dasjenige,
worauf es hier ankommt, ist der Beweis. Er kann mehr oder weniger restlos
gelingen, und selbst die Ansprüche an einen Beweis sind in ihrer strenge
verschied en^liber er ist es, auf den die Philosophie Behauptungen zu
Religion, und anderseits waren manche der bedeutenden Philosophen gottes-
gläubig in einem mehr oder weniger kirchlichen sinne. Die entscheidenden
gründen unternimmt und der jedenfalls von ihr gefordert werden kann und
gefordert wird .Die Evidenz ergibt sich daher einerseits aus der tfberein-
stimsiung des vorgebrachten mit Erfahrung und Logik, anderseits aus der
Urteilskraft des Lesers oder Hörers.
Wir können diesen unterschied zwischen Religion und Philosophie einen
der kleineren Gegensätze nennen, weil im Prinzip auf beiden Wegen annShemde
Gleichheit der Resultate denkbar \v8re. es ist nicht unmöglich, daß die
unbewiesene Behauptung und die bewiesene dasselbe besagen .Die größeren
Gegensätze zwischen den Religionen und den Philosophien legen im Inhalt.
Die Religion hat eine narrative Grundlage, und diese liegt philosophischem
Denken so fern, daß die Religion vermöge eben dieses Motivs der Dichtung
desto näher rückt, je größer die Divergenz zwischen Religion und Philosophie
wird. Der Philosoph hat bescheiden zu sein, und ist es wohl auch, indem er
nur im eigenen Namen spricht. während die Religionjb<:J&ej<6eweislosen Beleh-
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rung •liL-ui'Uuhend^ eieh auf die höchstem /den Menschen immer erreichenden
und für ihn unerreichbar^ (fechte beruft/ Do<h auch darin bildet der
Buddhismus eine Ausnahme, da sein Stifter die Lehre nur im eigenen Namen
verkündete, als Ergebnis eigenen Denkens«
Die immense Literatur zur Geschichte der Religion streut uns viel
Sand in die Augen und ihre Hauptwerke sind nicht minder tendenziös ge-
schrieben als die der politischen Geschichte. Die Anfange der Reli^on
sind nicht ganz so dunkel, sie werden eher verdunkelt, denn unsere psycho-
logische Erfahrung bringt immerhin einige Helligkeit, wer erinnert sich
nicht an Beobachtungen wie die der Katze, die einen kleinen Teppich
fürchtet? Das nennen sie pananimismus . es ist die Projektion der eigenen
Lebendigkeit in das Leblose, der eigenen Absichten und Fähigkeiten in
das Nicht-ich. Die Proportion zwischen dem Projizierenden und dem pro-
jizierten verschiebt sich zu Gunsten des letzteren wie die wachsenden
Schatten, so worden Dämonen, und diese wachsen weiter, von Scheinerfahrung
genährt, werden zu Göttern. Die Priester, die sie zu nähren haben, nähren
sich redlich mit. sie behaupten von ihrem Qott, er sei der stärkste. Sobald
er im Wettstreit der Götter alle andern machtvoll überragt, sodaß sie nur
noch irgendwo am Hände der weit halb vergessen dahinleben, ist die stufe
des Henotheismus erreicht. Schließlich schwinden alle Schatten und nur eine
einzige strahlende Hiesenerscheinung bleibt übrig.
Eine so drastische Vereinfachung der Religionsgeschichte war notwendig,
um endlich einmal die vielen Komplikationen auszubalancieren, deren Autoren
enorme Gelehrsamkeit aufwenden, um aus jener Kette von Geschehnissen mit
ihren strömen menschlichen und tierischen Blutes eine brauchbare Vorgeschichte
ihres Glaubens zu machen, der, da er ja die absolute Wahrheit ist, naturlich
das Endziel der Entwicklung bilden muß.
Es ist schwer zu sagen, ob es jemals einen von Massen getragenen und durch
Generationen herrschenden reinen Monotheismus gegeben hat. Die Genesis weist
deutliche spuren protohistorischer> mesopotamischer Vorläufer auiil Von ihnen
mögen verborgene Pfade zu Pharao Echnaton, dem psalmisten der sonne, führen,
der dem) %»sai sehen Monotheismus zeitlich merkwürdig nahertl ckt. An unzähligen
Stellen der Bibel aber schimmert Henotheismus durch, Hartnäckiger als man
die Götter der Völker triumphiert, doch ohne die von uns späten hineingedeu-
tete onto logische Negation ihres Daseins, wenn ich nicht irre, ist das Buch
jonah die erste anti-henotheistische, ausgesprochen monotheistische Tendenz-
Das Christentum als Ganzes ist keineswegs eindeutig monotheistisch,
'/Ohl ist die Dreizahl der Einzahl näher als die zweizahl, die Dreieinigkeit
vom ideal des j.fonotheismus weniger verschieden ale der iranische Dualismus
oder dieser von ihr. Doch die Idee der Dreieinigkeit, der sich die Uni tarier
zugeben will, erhält sich die Vorstellung von dem nationalen Qott, der Uber
19-20
4
in denkwürdiger weise entgegenstellen, ist als solche nicht mehr kon-
sequenter Monotheismus. Noch weniger sind es die mystischen Richtungen
im Christentum, die geduldeten wie die verketzerten und verfolgten, die von
pantheistischen Neigungen aus dem eigentlichen Monotheismus hinausgeführt werden.
SpinozXjelbst haTt^ noch~lÜY}der alten theologischen Terminologie fest, nur
seine Begriffe sind anders. Die Terminologie ist wie meistens ein Kompromiß
mit den Achten der zeit, es s»f&e nicht direkte Inquisition «ein, die von
der Agonie der Antike bis zur französischen Revolution/alle Denker unter
unaufhörlichem Terror hielt. Nur wenige Bewunderer ^anea-gpinoea und
aateei^großen Geister jener langen Epoche der Gefahr sind sich darüber
klar, daß die ganze Geschichte der Philosophie völlig anders aussehen würde,
wenn Alle so geschrieben hätten^ wie sie wirklich dachten und wenn die
Übermächtige Zensur nicht auch ihr Benken selbst beeinflußt hätte j abgesehen
von dem unvorstellbar/ reichen Gedankengut, das nie zu Papier gebracht wurde.
Noch ein Mark Twain sah sich genötigt, die Geheimhaltung seiner freigeistigen
Schriften, von deren Existenz das Publikum keine Ahnung hatte,, fUi<-üin Mfeftft
^ahrhaedert testamentarisch anzuordnen* «oda£=6l£g=vui Uf J uitllüiung erstb voi
kur&mii uffgUdi geworden-Ast« Eine eigene Ironie aber liegt darin, daß es
ein Sohn des monotheistisfc en Volkes war, Spinoza, der -nickt-»» der ffan-
zösischen Revolution mit allen ihren Ergebnissen den Weg bahnte, aondcrnf auch
das Ende einer Vorstellung vorbereitete, die bis in dieses Jahrhundert
einen ansehnlichen Teil der Menschheit beherrscht hat.
Es ist die Vorstellung, daß alles Seiende von einem ewig seienden Wesen
geschaffen wurde und immerdar von ihm geleitet wird. Dieser fundamentale
Mythos, dem das Judentum katta>nnch rmdore fundamentale Elemente hinzugefügt
hat, ist im Christentum und im Islam Voraussetzung ihrer spezifischen Mythen
geblieben. Bevor Gott die weit schuf, war er allein^ sobald er ihr ein Ende
bereiten wird, wird er wieder allein sein. Viele Variationen dieser schaurigen
Vorstellung finden sich in njystisdien Traditionen« Sie ist das Thema eines
T$rmnus, mit dem fromme juden ihre tSglidi en Gebete beschließen. Vielleicht
steckt in dieser Idee ein nicht ganz bewußter Versuch, den Dualismus von
Gott und weit aufzuheben, oder ist dieser Versuch konsequenten Bemühungen
dieser Art zumindest affinj denn die weit erscheint hier als zeitweilige
Funktion Gottes, als vorübergehende Auswirkung seiner Realität, die als
die «iJiBigo aufgefaßt wird. Gegenüber allen pantheistischen Richtungen
fällt hier zugleich Gegensatz und Übereinstimmung auf. Da die pantheisten
Gott mit der weit identifizieren, istAer es, der, auch wenn sie es nicht
\m Doch"
zugeben, seine Realität verliert. Doch~aä^t1emeinsame ist die Aufhebung der zweiheit.|
Beiden Bestrebungen mag ein Gefühl für die Schwäche der naiven Religion
zu Grunde liegen.
m jeder naiven Religion wird die Frage des Anfangs zurückverschoben,
nicht gelöst. Es ist die Frage, der Atheisten lieber ausreichen, um nicht
hören zu müssen, Gott habe die weit erschaffen, während die Theisten auf
die Frage, wer Gott erschaffen habe, immer nur zu wiederholen wissen, er
sei ewig und uner schaffen, es ist, als wären sie die Gewinnenden in einer
Situation, in der Glaube gegen Glauben zu stehen scheint. Doch es scheint
nur so. Denn die Annahme, daß die weit geschaffen worden sein müsse und
daher einen Schöpfer voraussetze, ist eine uralte und immer noch nicht
genug untersuchte Fehlleistung, die einer Scheinanalogie entstammt.
Alle Finder beobachten von je her, daß der Tischler den Tisch bewirkt.
die sonne das rieht, der Vater den Sohn, aus diesem Ursprung der Einzelerscheinungen^
ziehen Kinder selbst in vorgeschrittenem Alter und trotz hoher Gelehrsamkeit
den Trugschluß, auch die summe alles Einzelnen habe einen Erzeuger. Es ist
aber ungemein schwer und erfordert hohe Reife, den sich derart aufdrängenden,
u.zw. uns von einer verfehlten Erziehung aufgedrängten Trugschluß loszuwerden
und dessen Überwindung mit der Erkenntnis zu beginnen, daß die für die Einzel-
zu**«™
kMA \M+ ""'oM -*6>*3**%
A
wesen richtige Beobachtung für das weit ganze durchaus nicht zutreffen muß»
Und sich ferner zu vergegenwärtigen, daß nicht nur keine Notwendigkeit,
sondern auch keine Berechtigung ft£r eine solche Anwendung auf das Ganze
gefunden oder von irgend etwas abgeleitet werden kann. Erst die Befreiung von
der Notwendigkeit sannahme ermöglicht uns, die logische Absurdität der
Übertragung einzusehen, wenn das Sein an sich einen Anfang hätte,
könnte dasjenige, welches es geschaffen hat, auch nur als seiend
vorgestellt werden, müßte also dem sein angehören, die Welt oder ein
Teil von ihr sein, was der Negation des Schöpfungsbegriffes gleichbedeutend
wärej oder raUßte dasjenige, was das sein geschaffen hat, selbst nicht sein,
wodurch sich die Verneinung des Schöpfungsaktes auch auf dem umgekehrten
HP ergibt, so fällt die Idee eines Anfangs. Mit der falschen Prämisse W^V^^^j^
ist auch jene fundamentale Fragestellung aufgehoben und die Religion
verliert ihr metaphysisches Kernstück. W
Das ist das wort der Logik, doch nur der Logik. ftbeg-bald wird die
"muß-
Frage auftauchen, ob die Logik das letzte Wort haben 2HnS~"öäeTr ob sich -w^y
menschlichem Geist noch irgend eine andere Möglichkeit erschließen könnte,
eine nicht unlogische, doch nichtlogische. 2U
Eine andere Schicksalsfrage der Religion ist die, wo Gott sei. Die
Gottheit kann sich nicht in der Welt befinden, denn das wäre degradierend
und mit den proklamierten Eigenschaften Gottes unvereinbar, da die weit
so viel Böses und unreines enthält; es ist das Dilemma, an dem auch der
Pantheismus leidet. Eine Lokalisierung Gottes außerlialb der Welt wird
anderseits besonders schwer, wenn man deren Unendlichkeit annirnnt. Auch
verliert die Idee des Wirkens Gottes in der weit im Falle seiner extramundanen
Existenz den letzten Rest ihrer Anschaulichkeit, d.h. ite ihrer psychologischen
Wirksamkeit. Gerade dem primitiven Raumsinn des einfachen Menschen läuft ein
solches Außerhalb zuwider. Die Schwierigkeit wächst noch angesichts der
zahllosen Anthropomorphismen, die der Vorstellung von Gott bis in die
gegenwart anhaften und für den Durchschnittsmenschen kaum jemals von ihr
ablösbar werden können. Die christliche Kunst hat an der Konservierung des auf
der Kindheitsstufe ganz natürlichen, platt anthropomorphen Gottes einen
Tjauptanteil. Das Bedürfnis nach Lokalisierung wird aber umso zwingender,
je sinnfälliger die alte Menschenähnlichkeit ist. Anderseits wird es immer
schwerer, in dem schon ein^fee^H«Öen durchforschten Kosmos einen noch in
Betracht kommenden platz zu finden. Ein russischer Astronaut sagte es
ziemlich grob, er habe unterwegs keinen Gott entdecken können, im
Rahmen der primitiven Materialität der üblichen Fragestellung wird eine befriedigende
Antwort auch nie zu finden sein.
Nun haben gegenüber den frommen Blicken nach oben Einige immer schon
auf das menschliche Herz verwiesen, in dem Qott -wohne. Ein solches Gefühl,
doch veredelt, durchdacht und vertieft, ist zur Grundlage einer neuen und
Überaus belangvollen Bewegung geworden. Doch vor ihr Trollen wir des ölmmenismus
gedenken, von dem die geistige Selbständigkeit unserer zeit kraftvolle
Impulse empfangen hat.
Ökumenismus
Das zweite Vatikanische Konzil, das von Johann XXIII« eröffnet und von
Paul vi. geschlossen wurde, hob die Starrheit der römisch-katholischen Kirche
auf und bcaoitig%e den fü^i früher als unabänderlich ge£t$Bgea* zustand,
der sie zu einem Synonym der Reaktion und. zn einer der unmenschlichsten
Nächte auf Erden gemachthatte^/S^chon daß Johann XX III« trotz dem -ee±tr-i§?0-
geltenden Unfehlbarkeitsdogma^^ überhaupt einberief, war ein Echo der
Demokratie. In seinem Verlauf war das Konzil nichts weniger als eine Farce,
denn die Bischöfe hatten mit einander zu ringen und -de** papste hatte^es oft
schwer genug, ausgleichend einzugreifen, Nichtkatholiken und später auch
Frauen waren als Beobachter eingeladen. Die monolithe Einheitlichkeit war also
vorbei, eine yehrzahl von Richtungen, die einander nicht verketzern, sondern als
legitim anerkennen, war manifest«
Dem mitgehenden Liberalismus der Prozedur entsprachen die Ergebnisse nicht
ganz, doch um gerecht und realistisch zu urteilen, müssen -wir uns vor Augen hal-
ten, -wie groß die zurückgelegte strecke dennoch war und welche Stärke der
steinharte widerstand besaß, der immerhin teilweise überwunden wurde. Als
es z.B. darum ging, nicht nur die Juden von heute, sondern auch die der
Zeit Christi von der mörderischen Beschuldigung des Gottesmordes endlich
freizusprechen, waren es die arabischen Bischöfe, gegen die nur ein Kompromiß
durchzusetzen war. So stießen in allen prägen sehr konkrete, keineswegs nur
religiöse Interessen zusammen, und brennende Fragen mußten ungelöst bleiben,
wenn vitale Interessen der Kirche auf dem Spiel standen. Die teilweise Er-
setzung der lateinischen Liturgie durch eine in Landessprachen übersetzte
war überraschend genug, aber nichts war so neu und kühn wie die prinzipielle
Annahme der Idee religiöser Toleranz.
ist das die end giltige Absage an Scheiterhaufen und polterung ? Alier
Wahrscheinlichkeit nach haben nicht nur die beiden Päpste, sondern auch die
meisten Häupter des Klerus das ehrlich gewollt. Was beinahe als Beweis für
die Echtheit der Absicht gelten kann, ist die logische Verbindung zwischen
der vjendung zur Toleranz und dem Hauptziel des Konzils, der christlichen
Einheit. ^*efcriij^r--keha«t Unsere Erinnerunj^gu der langen Kette der Kriege
von Christen gegen Christen im Namen des i§Bristentums zurück, und zu
schonungslosem Hassenmord ffa* dogmatischer Verschiedenheit. Die) Distanz
zwischen der Idee der Einheit durch Unterdrückung oder Ausrottung und der
Idee einer freiwilligen Einheit selbstbewußter und unbeugsamer, doch ein-
sichtiger Verhandlungspartner ist entscheidend, nicht nur die präge, wie
weit die Bemühungen um EinheiVgediehen sind, und die christliche Einheit
als Postulat könnte, heute trotz dem Konzil noch utopisch, irgendwann
\f{u Wr^ j/W^ ^ A/S <<W ^xJj^M wUtU^Mi^
zu noch viel höherer Bedeutung gelangen, sie wird zwar schwerlich jemals
zum Kern für die Einheit der Menschheit werden können, aber -^cne. um so vieles
wichtigere Einheit könnte aus <*sy£rr^tigung schöpfen,
Leute, die immer dann auftauchen, vrenn es gilt, eine monumentale Sache
durch Verkleinerung der Motive zu bagatellisier en^h^tten im Stadium der
Vorbereitung behauptet, die i eigentliche treibende Kraft sei die Furcht
vor dem Köm"iinismus • Dieser Versuch scheint nirgends eine ernste Diskussion
hervorgerufen zu habea. Aber auch wenn er seine Berechtigung hatte, wollen
wir uns an Saul erinnern, dem, als er Eselinnen suchte, das Königtum
zuteil -wurde.
So ist der Ökumenismus zum Symbol geworden, zu dem der unbestreitbaren
Manifestation guten willens, wo sie am schwierigsten war und ganz und gar
nicht erwartet wurde« ^
Ein versuch Uber Religion und Philosophie*: ^s,
Die Wendung im Katholizismus war wie ein Auftauen des dicksten Eises,
das dem schmelzen dünnerer Schichten in andern Gegenden gefolgt und von
Um
begleitet war, der gleichen BPaofeoiiTOng aber auch jyorauo
Das wasser
dieses ehemaligen Eises bringt, um im Bilde zu bleiben, Freude den sterblichen,
mehr als das der Flusse, die inner lebendig waren, weil wir der Änderung zum Quten
höhere Bedeutung beizulegen neigen als dem Quten selbst, so wollen wir nun nicht
Meistern der voraussetzungslosen Philosophie huldigen, sondern Kir chenmännern, *
die ein schweres Joch zu brechen hatten und es brachen
Statt einer Reihe von Denkern, die annähernd gleichen zielen zustreben, ~f
seienyydrei genannt, deren sittliches und gedankliches Verdienst es berechtigt
erscheinen läßt, die ihnen gemeinsamen ideeTBh hervorzuheben* deutschen
protestantischen Theologen paiQr Tillich 1) und Dietrich Bonhoeffer 2) und
der Anglikaner John a.T« Robinson, der Bischof von woolwich 3>. Der Leistung ^
Bonhoeffer ^B^a^yp^nker^ gesellt sich 3ein Leben für Wahrheit und Menschlichkeit
und sein Martyrium* kurz vor dem Ende des Britten Reiches Wirde er für
aktive l^ilnahme an der ^derstandsbevregung in einem *pnzentrationslager
gehängt.
Wenn jemand zu der pessimistischen Meinung neigte, die großen Geistes werke der ifcf
Vergangenheit seien in der Gegenwart ohne K>rtsetzung geblieben, so würden schon
der :(<ut, die Hingabe und die Selbstlosigkeit solcher ansehen genUgen, ihn
eines bessern zu belehren« Es war ein schweres Hingen, in dem sie sich von
einer machtvollen Glaubens tradition befreiten und zugleich in ihr nach einem
Kern gruben, den sie bewahren könnten. Diese Synthese von gedanklicher Voraussetzung^
losigkeit und gefühlsmäßiger inurzelhaftigkeit und Treue scheint sicherlich
wllrdig, im icantlochcn Qimio a s Vorbild zu gelten ^
r>as Um und Auf dieses Ringens ist der Qottesbe griff, mit desTja^die1
meisten theoretischen und praktischen Konsequenzen stehen und fallen.
Zunächst muß anerkannt -werden, daß keine Philosophie in d> r il&iterung
dieses Begriffes "weiter ging, wofern sie ihn nicht aufhob, nicht nur daß
er von allen Resten anthropomorpher Kindereien befreit wird wie von vermoder-
ten Kleidern« Gott ist keine Person mehr und hat keine Eigenschaften einer
Person, -weder die einer realen noch die einer gänzlich idealisierten Person,
Ebensowenig wird er im pantheistischen sinne dem Weltbegriff einverleibt«
Er -wird zum Urgrund unseres Seins, ist dessen Tiefe, Dadurch aber •wird er
nicht minder real, sondern -wird zur eigentlichen Realität,
Diese Autoren sind Christen und -wollen es bleiben. Damit begännt ein
neues, noch schwereres Ringen, aus dem Christus als der leidende, liebende,
für Andere lebende ?"ensch hervorgeht, Vorbild und Wegweiser innerhalb
dieser ifelt v&e sie ist, 4&r ^rimernJJSfi nun an die tragische Größe des
Van Gogh, der damals als Priester der Bergleute scheitern mußte, weil
seine ganze Kirche gegen ihn war. Das neue Postulat ist ein Christentum,
das nicht Religion ist. Die vor einem üenschenalter noch, überraschende
Differenzierung zwischen Religion und Religiosität hatte Martin Buber in
seiner prühzeit betont, es ist eine denkwürdige Ver?drklichung der Idee einer
religionslosen Religiosität, der -wir nun begegnen,
Kit zustinrung oder Ablehnung ist es da gewiß nicht getan. Auf die meta-
physische und logische Schwäche des traditionellen Qottesbe griff es mit seiner
Kosmogonie, die lang genug als seine stärke gegolten hatte, haben ^^hingewiesen .
jene Schwäche wird nun zum ziemlich genauen Negativ der stärke des neuen
Gottesbegriffes, und dieser ist so groß, daß wir unwillkürlich die Enge der
bisherigen Terminologie entdecken und es nicht mehr notwendig noch adäquat finden,
den Urgrund, die tiefste Realität, Gott zu nennen. Tillich gibt die ünvollkom-
menheit des altehrwUrdigen lortes mit benmindernswertem Freimut zu# Erst jetzt
ist der Theismus zum ersten Mal von innen her wirklich besiegt.
Wer aufhört, einen Namen anzubeten, der sein ideal nicht mehr zu wahrem
Ausdruck bringt, wird sich nicht scheuen dürfen, auch dei^eigenetf NäSetTzu^
ändern. Der ehemalige Theistywlrd~sich nicht" Itheist nennen müssen, aber
können. Durch Jahrhunderte hat dieses wort den Üblen Geruch der Beschuldigung
und den Blutgeruch der Verfolgung eingesogen; nun wird es immer Öfter mit
Sympathie und Achtung ausgesprochen, denn man lernt nach und nach, Überzeu-
gungen zu ehren, unter der einzigen Voraussetzung, daß sie echt sind^. was
mich selbst betrifft, bekenne ich mich nicht zum Atheismus, u.zw. mit
folgender Motivierung j
Außer dem bekannten unterschied zwischen Theismus und Atheismus besteht
zwischen ihnen auch eine ungemein wichtige Gemeinsamkeit. Beide beruhen auf
einem Axiom, das fortgesetzte Prüfung ausschließt oder den Verzicht auf
Prüfung einschließt. Beiden fehlt also die Voraus setzungslosigkeit, die
das philosophische Denken von populären mentalen Vorgängen unterscheidet,
im philosophischen Denken ist jeder Schluß zugleich ein Anfang, et eröffnet
neue Möglichkeiten, auch die seiner Aufhebung, was Theismus und Atheismus
"setzen", labt polgerungen nur darin zu* isisfcnr sie dem a priori Gesetzten
nicht widersprechen. Beide sind infolgedessen im Gründe Glaubenslehren.
Der Sinn der Überwindung eines Glaubens kann nur die Erlangung höherer
Freiheit sein. Der Übergang von einem Glauben zum andern ist^nur die Ver-
tauschung einer Unfreiheit mit einer andern.
Zu dieser logischen Gewißheit kommen die folgenden Erwägungen \ seit
langem haben viele Denker auf die Grenzen unseres Wissens hingewiesen.
m ist aber nicht nur die hohe Wahrscheinlichkeit, daß die Zeitspanne, die
sie
der Menschenrasse noch übriggeblieben sein mag, auch wenn nicht durch
eine selbstverschuldete Katastrophe vernichtet werden sollte, nicht ausreichen
vdlrd, um mit den bestehenden oder^noch vielfach verbesserten idtteln
alles Seiende einschließlich des eigenen Daseins zu erforschen und jemals
zu annähernder Allwissenheit zu gelangen, selbst ohne Berücksichtigung der
historischen Erfahrung, daß Fortschritte des Dissens durch Rückfälle immer
wieder aufgehoben werden. Es sind vielmehr die ererbten^ unsere Natur und
Konstitution bildenden, (trotz den wundern der Hypnose und anderen möglichen^)
oder verstellbaren Ein^iffe^Eicherlich unverrückbaren Vorbedingungen
unseres Denkens, aus denen sich dessen Endlichkeit und Begrenztheit im
Sinne einer erkenntnistheoretischen Tatsache ergibt. * A kU^, U^J^u^
> Wl*j4y A^V4^ *tti Jv^v- <JM*a
Da unser Rissen also partiell und daher relativ bleiben muß, haben < 'V*U
wir uns dieses umstände s bewußt zu werden und aus ihm eine unausweichliche
Konsequenz zu ziehen j paß dasjenige, was uns notwendig unbekannt bleibt,
das lichtigste sein kann, dem gegenüber das Erkennbare unwichtig sein mag.
?*»ee*»e /t&kermvnls wird somit untrennbar von einem Fragezeichen begleitet.
Wenn «e manche unserer Erfahrungen und Vorstellungen in uns eine Ahnung A">f,
von iJu'uüy^gujtteja: hervorruft, deren Entstehung sich unserer introspektiven
Beobachtung entzieh"^ hindert uns nichts, diese Ahnung als Ref l^>dLon des 4»/,
Unerkennbaren zu deuten und diese Deutung auf /Ahnungen aller Art auszudehnen.
Daß wir der als Ahnung bezeichneten vagen Vorstellung, die zuweilen von
intensiven Emotionen bereitet ist, eine so bedeutende Funktion zuerkennen,
ist sicherlich eine weitgehende Einschränkung der Schätzung des lissens.
Aber sie ist notwendig und überdies nützlich, denn virtuell erweitert sie
unseren Horizont, vervielfacht unseren Sinn für Möglichkeiten, Erst die
Offenheit für diese, ihre Einbeziehung in unser Vorstellen und Denissen,
ist voraus setzungslosigkeit und daher Freiheit, äff nennen diese Denkungs-
weise oder diese Gesin ung agnostisäh. Die Benennung sw3±e» auch m& nicht
überschätzen, sondern bereit bleiben, sie durch eine bessere zu ersetzen,
Atari*. vr>r: nicht etwa de* Kult eines Häsens aus der preiheitrin dxe Bindung
eines Glaubens su»6cfc£Uhr^^^A4^^-
Doch in jenes unbekannte dürfen wir alle unsere qeftthle ^^jizieren
und es in uns selbst suchen, in^nser^p subjel^aä** Objekt, oder in
unserer Subjekt-Ob j eki>- Identität . wir dürfen es vor allem als die -wahre
Realität verehren und es in einer weise erleben, die nicht das religiöse
Erlebnis, aber ihm -«ftöäog ist. Die Beziehung zu diesem unbekannten Törd
unwillkürlich als unsäglich kostbar und zentral wichtig empfunden. Der
Denkende ist sich ihrer Irrationalität voll bewußt. Für irgend einen
Formalismus ist indieser Beziehung so wenig platz wie in der Beziehung des
menschen zu sich selbst. Hingegen laßt sich mit aller Deutlichkeit beobachten,
daß sie auf das übrige Leben bestimmend einwirkt, es veredelt und die
Beziehungen zu allen Objekten vertieft, denn es ist als wurden diese das
Unbekannte widerspiegeln oder symbolisieren. So wird auch Liebe zu einer
Ausvjirkung der Verbindung mit dem unbekannten.
rjun kann ich auf die unkirchlichen icLrchenmänner und auf meine Bewunderung
für sie zurückkommen. Abgesehen von •fticmlich schwach- ausgefallenen Versuchen,
ihren neuen Qottesbe griff durch Berufung auf das Neue Testament mit dem des
frühesten Christentums zu versöhnen, bekennen sie sich mit edlem Freimut zu einer
Metaphysik ohne Gott, und sie tun es um jeden preis und unter jeder Gefahr,
heroisch nach innen und außen, und es unterliegt keinem zweifei, daß sie -von
Anbeginn aSe Konsequenzen bedacht haben, auch die in ihren Schriften nicht
ausdrücklich ermahnten • Die erste Konsequenz müßte an sich der Wegfall jedes
Zeremoniells sein, doch wenn man nur ein wenig die Bedeutung des Ritus für
jede Kirche^Ln ErWagung zieht, versteht man die manifest widerspruchsvolle
Hot des iieeres, das auf sein Wasser verzichten und doch ifeer bleiben soll.
Dieser Vergleich ist schwerlich übertrieben, wenn wir in Betracht ziehen,
daß es ja auch außerhalb der Religion kaum Gemeinschaften ganz ohne Riten
oder rituelle Elemente gibt. Fortgesetzte Pflege des überkommenen Ritus
gliche fetischistischer Zärtlichkeit für ein Gewand, das einmal einen lieb-
liehen Körper bekleidet hat. Ein neuer Ritus wäre^ein neues Gewand, das in
keiner eise an jenen Körper erinnertl^Das hieße also eine Gemeinde ohne
Vergangenheit gründen, was ein immerhin mögliches, doch ziemlich unsicheres
Unterfangen wäre» Ein Kompromiß würde wohl auch die Nachteile beider Extreme
verbinden«
Hie schwerwiegend der Verzicht auf den Ritus sein muß, geht einfach aus dem
^lÖSs^^^hervor, daß es bisher keine Religion ohne ihn gegeben hat, et ist die
Bestätigung der Glaubensinhalte, die Betätigung des Glaubens, die ^derspie-
gelung und i'dederholung der unter schauem der Angst und der wonne vorgestellten
Vorgänge, die symbolisch in gesetzmäßigem Rhythmus wiederkehrende Deutung des
Daseins, durch die der einfache mensch einen Anteil am Göttlichen erhalt, sodaßW
durch die Symbolhandlung «ftefe zu einer gewissen Heiligkeit emporrückt. Die rhythmisch
wiederholten entsühnenden Handlungen befreien ihn zugleich von seinen in entspre-
chendem Rhythmus angesammelten Schuldgefühlen, Die Bindung an das Göttliche,
die er freiwillig zu vollziehen glaubt, ist ihm eine reiche quelle der Beruhigung, DbM
des Gefühles der Sicherheit, erhöhter Selbstachtung. Der Versuch, eine Gemeinde
unter Verzicht auf Etanxsfcfeais die yagie des Ritus umzubauen, ist also eines der
Wagnisse, deren Aussichten angesichts der präzedenzlo sigkeit kaum prognostizier-
bar sind.
Doch 4frb-^3r-r*lc!?«ft Ritus und sugloigh au oh «ttQui'lwlb seiner ein Faktor
von einzigartigen menschlichem ^ert^aer durch -die furchtlose Revision' oder
Revolution W8 gf al-lon/^^T^15 Gehet, indem diesem sein ziel genommen ist und
der Adressat zu einem ortlosen und. zugleich im Reilssuchenden selbst anlesenden
Prinzip wird, v>jj?4--i^^nsankeit. des Tifanqohon noch vertieft. Auch flir den
mit der Religion nur lose und gelegentlich Verbundenen Yiird eine letzte
Zufluchtsstätte, die ihm in größter ?jot noch offen stand, unerbittlich geschlossen,
als hätte er als Reicher aufgehört, arm zu sein oder wäre als srviachsener
'.Tier Va'ter^ist ihm genommen, er kann sich nj
nicht mehr an ihn
kein Tind mehr. Der Väter"1 ist> inm genommen,
wenden. Auok vom kleinen Hann *4ä?d- e53^ gewiooer Heroismus verlangt. Erhöhte
Menschlichkeit muß das ins Abstrakte entschwundene Göttliche ersetzen.
Die menschliche Deutung der Qcwfralft Christi erfährt durch ihre kurze
VcrgescMch^eJvlnder Gemeinde der unitarier und der mit ihnen vereinigten
e
Universalisten, sicherlich Ermutigun.g. in ihren dem Mittelalter am -fitesten
entrückten ,rirchen kennte die alte Ikonographie nicht weiter gepflegt und das zur ähJs
Anbetung auffordernde Rild mußte aufgegeben werden. ?.ras sollte nun im Gebäude
einer den menschlichen Kern des ursprünglichen Christentums wahrenden
I anderseits einer stark visuellen Kultur angehörenden Kirche die
Stirnband einnehmen, welches votiv sollte den Blicken begegnen, die
fniher den machtvollen Darstellungen im Altarraum und in der Apsis
zuge-.eniet waren ? Die glücklichste TjSsung war -wohl die pißwaschung,
der zum echten Menschen gewordene Gott, der nicht mehr kniefällig und
in Zerknirschung angebetot sein will, sondern selbstlose liebe gibt.
noch in »eiterer Ferne erwachsen aus so ergreifender Vermenschlichung
neue Probleme, obzwar das Tlebnis des menschlichen Christus tiefer sein
muß als das seiner Apotheose, ist dieses rrlcbnis nun auf sich selbst
gsatellt« der neue Christus ist auf die eigene Kraft angewiesen, die einst
libermächtige Autorität schützt ihn nicht mehr, seine Stellung als mensch-
liches Vorbild hebt seine Einzigartigkeit auf. Für den zugleich von andern
menschlichen idealen usiworbenen Menschen ist Christus mit der Idealität
einer Hehrzahl von Reli^p-onsstiftern, Genies, Propheten, Heiligen 'und
Märtyrern in jettbewerb getreten.
Diese Position ist, wie die gesam&e Konzeption, für den am höchsten
entwickelten Leser und Hörer gewiß nicht nur anaehnibar, sondern ungemein
anziehend, de aber aus andern Aspekten des Problems bereits klar geworden
ist, nimmt sie dem einfachen Mann weit mehr als sie ihm gibt, 0? verliert seinen
unfruchtbar gewordenen, doch noch ziemlich festen Boden und gerät in einen
leeren Raum, in dessen Schwerelosigkeit er weniger zu Hause ist als der
Astronaut, so ist das gesamte rgebnis zunächst eine Lerne für eine Minder-
heit, deren umfang undefinierbar bleibt solange die Ansprüche an eine solche
Auserlesenheit nicht präzisiert sind. Bis dahin können wir uns unter dieser
Minorität nur eine dünne intellektuell« Oberschicht vosteilen, gefolgt von
verwirrten, haltlos gewordenen, durch die Bedingungen des ifasehinenzeitalters
ihrer geistigen Bodenstänaigkeit beraubten einfacheren Leuten,
ie Gesellschaft aber bedarf einer praktischen Lebenslehre, einer harten
und belas tun gs fähigen Gebrauchs ethik, und eine solche kann nicht auf reine
Einsicht gegründet sein, sondern verlangt, um verbindlich zu sein und zu
bleiben, eine gewisse autoritative stütze, ohne eine solche muß es viel
schwerer werden als es dem jungen David ging, der Goliath gegenüberstand,
enn wir in Betracht ziehen, dai^trotz dem wenn auch unterirdisch in jeder
Epoche vertretenen ift'Gidenkertum sich so lange halten konnte, u.zw. gewiß
nicht durch ihre brutale nacht allein, muß ihr Bau zumindest einem Teil
der allgemein menschlichen Bedürfnisse ent spre eben ,J/{us denjenigen Elementen,
die unsere TP gilt mit besonderer Entschiedenheit ablehnt, bt?s»#-s±e offenbar ^S&X
den Hauptteil~c^ Energien ihrer .Selbst er haltung.
T)e> tjmschwung der sich heute sowohl ideologisch als auch methodisch
vollzieht
C^&T *yp*cje; l^i&Ut, »^f->0~*~ j^MU^p^)
nicht weniger revolutionär als das Christentum
in statu nascendi war. Das aufgubauoncfo Christentum wird aber seine U*Syt
Bestatigiui^nicht durch theologischen Disput erfahren können, sondern
durch eine den veränderten Bedürfnissen entsprechende Praxis, iiier liegt
mrf die eigentliche Schicksalsfrage, ifs neue Christentum könnte sich
vielleicht durchsetzen, wenn es dem vowurf des Atheismus nicht theologisch
oder durch sonstige Versuche theoretischer s&wctixr begegnete, sondern
tätig, durch die von seinen Autoren selbst, besonders von Bonhoeff er,
angekündigte Pragmatik. TU cht einem Gott des Tnterstelarraumes noch
einem Gott des Kir oheninnern ,^ sondern demjenigen, der mit den Menschen
mitten im £Lend dieses Lebens leidet, sollen seine neuen Priester dienen.
r
Da solche Priester in beachtensvrerter Anzahl noch nicht vohanden sind,
n&^Q5elbst^ sollten gesünder und glücklicher,
aber nicht weniger selbstlos sein wollen als Van GOgljfcSVUJt •
"^he wir zu einer Zusammenfassung gelangen, werfen wir einen Blick
hinüber in die kommunistische, zumindest theoretisch religionslose
Gesellschaft, odurch hält sie den Kräften der Zersetzung stand ?
enn diese in ihr schwächer sein sollten - warum sind sie es ? und
mit welcher Kraft begegnet sie ihnen ?
Offenbar ist die Selbstidealisierung dieser Gesellschaft stark genug
geworden, um das Individuum zu einem uns unbekannten Maß an Identifizierung
seiner selbst mit dem Kollektivum zu bringen. Die Verdienstlichkeit des
positiven Handelns zu Gunsten der Gesellschaft wird daher dort stärker bewußt.
Sowohl die '"thik als auch die Solbstbewertung des Individuums ergeben sich
aus seinem Kollektivismus.
Auch die auf freie Konkurrenz gestellte Ökonomie versucht ähnliche
•fugenden hervorzubringen und zu verwerten, zu diesem zwecke mobilisiert sie
Patriotismus und Nationalismus, die jedoch den Zauberbesen in sich bergen
und auf Gelegenheiten warten, die sie hervorrufende Demokratie zu verschlingen.
Obwohl es nicht heilsam sein kann, sich einer im realen Leben wirkenden
7<Taft zu verschließen, sollte die neue rirche ihre politischen Bindungen
und Interessen nach Tunlichkeit abbauen. Die gewaltigen Energiemengen,
die durch Abschaffung des Zeremoniells und so vieler tiberflüssig und
sinnlos gewordenen Tätigkeiten frei werden müssen, könnte sie dann in
das rein Menschliche Uberleiten, um dem Menschen, nicht nur der Gesellschaft,
echte Hilfe zu bringen. Die neue Kirefee müßte zu einer ebenso neuen wie
notwendigen Hilfsorganisation werden. Diese Organisation müßte mit der
Erforschung ihres virtuellen 'Wirkungsbereiches beginnen.
Außer der normalen und typischen Hilf sbedürftigkeit gibt es eine unter
den Heutigen weit verbreitete und für organisierte Hilfe schwer zugängliche,
nie meisten dieser Leute gehören nicht eigentlich einer Klasse an und
stehen außerhalb der bekannten Gruppen, sie sind unvorstellbar einsam,
und darin besteht ihr eigentliches Problem, nicht in materieller Hot.
So Einer übernachtet gewöhnlich nicht auf einer Bank in einem öffentli-
chen park, denn er hat ein Obdach, aber mit denen, die es mit ihm teilen,
spricht er nur böse .orte oder nichts, r hat Ideen, Träume, Gefühle, aber
im Laufe der zeit verwandelt sich alles in ihm in Bitterkeit, wie die in
seinem Darm faulende Nahrung zu Gift wird.ir möchte sich entladen, sprechen,
jemandem alles erzählen, beneidet die frommen Katholiken, die zur Beichte
gehen, ihm will fceiner zuhören, Alle sind feindselig, hochmütig, verschlagen,
wollen alles beoser wissen, und vielleicht wissen sie es wirklich besser.
So bleibt nichts übrig als -
Diese Einzelnen, die man hie und da sieht, aber nicht recht wahrnimmt,
von denen man aber lesen kann, im Polizeibericht und in der Gerichtssaalrubrik,
&
summieren sich in großen stdten zu einem nicht unbeträchtlichen Sektor der
Bevölkerung, uennoch sind sie unaufdringlich und halb verborgen, müssen
zumeist gesucht -werden. Tenn man nur ihren Argwohn beheben kann, sprechen sie,
denn auf diese Gelegenheit haben sie lange genug gewartet, vor allem haben sie
nicht geglaubt, daß sie noch kommen würde, wenn man ihnen nur ein uenig
Hoffnung geben kann, schmilzt zuweilen ihr Nihilismus wie Schnee in starker
Sonne. Die Fülle der Beobachtungen, die der Hilfsbereite machen kann, entlohnen
ihn oft für einen Großteil der ytihe und Gefahr, jfanche, denen Lebensfreude
versagt zu sein scheint, verkennen ihren realen zustand völlig, sie meinen, es gehe
für sie um die Beseitigung eines unerträglichen einzelnen tfbels, wie eines
physischen Leidens, einer gehässigen Frau, eines "tyrannischen vorgesetzten,
oder eines bösen Nachbarn. Daß das aber nur Rationalisierungen sind, geht
schon daraus hervor, daß noch vor jeder Intervention und vor jedem Versuch
zu helfen eine sichtliche Erleichterung eintritt, die deutliche Reaktion auf
die an sich zum Erlebnis werdende Aufmerksamkeit, so gern sie sprechen, so
schwer fällt es Manchen, vreil sie an Gelegenheit zu zusammenhängender Rede
nicht geTÄ3hnt sind, sondern an Unterbrochenwerden, Tjißachtung und Hohn, an
Gespräche, die in Feindseligkeit enden und daher am besten überhaupt ver-
mieden werden. Das mag auch der private Zauber politischer Situationen sein,
in denen auf einmal Alle eines Sinnes sind und nicht einander, sondern
einen Abwesenden bekämpfen, ob der Kontakt zwischen dem Redenden und dem
Hörenden den von Jenem angegebenen zweck erfüllt, ist deshalb nicht immer
das Tit scheidende, jedenfalls nicht das allein Entscheidende.
Um ihren neuen sinn allen ernstes erfüllen zu können, wird die Kirche
den zur unaufrichtigkeit anleitenden .^prechstundenstil verwerfen und die realen
Schwierigkeiten in furchtloser und undoktrinärer .'eise angreifen müssen.
Sie würde gewiß gut tun, auf ihre salbungsvollen Predigten und Zitate
1
sowie auf ihre Theater garderobe zu verzichten und den Geist solcher
Neuerungen auch auf die Architektur neuer Gebäude zu tibertragen, sie
wird nicht den ethischen Gesellschaften mit ihren glänzenden Vorträgen
und anregenden Diskussionen zu gleichen haben, sondern wird, um adäquate
Methoden pragmatischer Menschlichkeit zu finden, die Tätigkeit verschiede-
ner Gruppen ungeachtet ihrer Weltanschauungen ragEHBWBB±xxkKKK studieren
müssen, wie die der Society of priends, oder der Heilsarmee, und vielleicht
läßt sich auch von orientalischen Bruderschaften manches lernen. Die Geste
der routinierten Philanthropie wird durch ein schlichtes, nicht uniformes
Benehmen zu ersetzen sein. Die Propaganda für die eigene Institution
wird aufzugeben sein, niemand soll das Gefühl haben, daß er Äiö^fS mit
Anerkennung, Dankbarkeit oder Empfehlung zu bezahlen hat. Der Bspfänger
der Hilfe soll nur verstehen, daß Leute sich für ihn einsetzen wollen,
,jeil es ihnen bbooor geht als ihnf^ind^daB^sie von^^ nichts erwarten
als daß auch er Andern hilft, wenn er kann.
Aktive .Selbstlosigkeit ist die beste Selbsterziehung, wer sie ausübt,
wird mit den als Pfarrer und Rabbiner verkleideten Reklamehelden und
Börsenspekulanten bald nicht mehr gemeinsam haben als die Bezeichnung
eines Berufes,
Das wesentliche und das unwesentliche
Der Leser erzählender Literatur erwartet und genießt Scheinidentifika-
tionen und KTsatzbefriedigungen, je mehr die fiktiven Personen und Vorgänge
die Bedürfnisse, Besorgnisse und Hinsehe, oder mit einem ijgort, die Situation
des Lesers zur gegebenen zeit reflektieren, desto besser gelingt es ihm,
sich mit jener fük Welt der Fiktion zu identifizieren, sie seiner Realität
einzuverleiben und aus solchem Gewinn Befriedigung zu schöpfen. Die ideale
Fiktion wäre demnach eine für einen bestimmten Leser in Kenntnis seines
Lebens und seiner Bedürfnisse verfaßte. Am nächsten kommt dieser völligen
ZweckerftÜlung das fUr eine bestimmte Jßjuum von T,esern geschriebene Buch,
etwa für 'ßtdchen einer bestimmten Altersstufe, eines bestimmten Landes
und einer bestimmten Gesellschaftsschicht, je primitiver die Leser sind,
desto besser wird der Allen zusammen gebotene Lesestoff jedem Einzelnen
passen, wie die Konfektionsldeidung dem Durchschnittsbau,
Mit philosophischer Lektüre verhalt es sich nicht ganz so. oenn wenn im
Leben des Le$ejto der Epik allmähliche oder plötzliche Änderungen eintreten,
"wenn seine Situation derjenigen J in der er ÄJene Erzählung gelesen hat,
nicht mehr entspricht, gehören auch die Ansprüche an die ehemalige Lek-
türe der Vergangenheit an. Damals, als sie einen zweck hatte, erfüllte sie
ihn, in der neuen Situation, in der sie keinen mehr hat, kann jene Lektüre
in Vergessenheit geraten« Nur literarische werke von besonderer menschlicher
Reichweite werden nicht, oder nicht im selben Maße, inaktuell, bleiben in
der Erinnerung lange erhalten und angesichts neuer Ereignisse führen
Assoziationen immer wieder zu ihnen zurück»
philosophische Lektüre wird hingegen nie mit ausgesprochen^» wünschen
unternommen. Der Leser sucht in Iftfi&ti Klärung der Fragen, die ihn und
Andere mehr oder minder konstant beschäftigen, Lösung von Problemen,
die nicht nur die seinen sind* und deren Geltung mit der Beendigung
der Lektüre nicht ^aufhört/oer philosophische Autor soll sein Führer
zu größerer Klarheit in solchen Dingen sein, an deren Kenntnis und
Verarbeitung er selbst einen Anteil hat. Der Erwartung des voraus-
denkenden, mitdenkenden und nachdenkenden Lesers entsprechend, sollen
philosophische Erkenntnisse eine gewisse Allgemeingiltigkeit besitzen^.
Lehren der Philosophie sollen auf jede Situation anwendbar sein,
jährend etwa in der Not eines Schiffbruchs die Erinnerung an einen Rokoko-
Roman oder an ein Lehrbuch der Etikette, falls sie durch Einmischung
11
I
21
einer selbs tquSCLcris chen «Tendenz überhaupt zustande kommt, zu einem
peinlichen litz wird, soll das Ergebnis philosophischer Studien imer
seinen Sinn bewahren, gl soll seinen «tf* nicht nur trotz der üotlage
behalten, sondern ihn in einer solchen Situation erst recht erweisen.
Es kann als sicher angenommen werden, daß eine weite umfrage nach dem
philosophischer Lektüre zugeschriebenen wert diese Erwartung als interß
subjektive Tatsache beweisen idördej auch wSre schwerlich ein Argument
gegen das Recht auf eine solche Erwartung zu finden, *
Das philosophische Denken ist zu einem großen Teil ein prüfen, doch
von Zeit zu zeit muß es auch selbst geprüft werden. Das Folgende ist ein versuch,
einige für das Denken der Gegenwart repräsentative schulen, bzhw. Richtungen
darauf zu prüfen, in welchem Maße sie der >rwartung auf Sinn, also Tätig-
keit in allen Situationen entsprechei^nie Situationen, die alle geistigen
Hiter auf die schwerste probe stellen, sind persönliche und noch mehr
kollektive Katastrophen. «4« ein Glaube, oder allgemeiners eine intensiv
erlebte/' Gewißheit, sich mit dem Zusammenbruch der gesamten individuellen
Realität auseinandersetzt und ihn nicht etwa nur passiv Ubersteht, sondern
aus einem Ringen siegreich hervorgeht, ist wohl nirgends menschlich so tief
dargestellt und gestaltet wie im Buche ELob. -eiche Idee oder Lehre hat
einem solchen zusammenprall jemals so standgehalten ? es ist vorstellbar,
daß dio - stoikor^spinoza oder Kant sichern so monumentaler weisey\bewShren
könnten, vielleicht könnten wir mit Sicherheit feststellen, daß es der Fall
v/ar, Trenn wir * von einer Situation wie Auschwitz nicht nur Tatsachenberichte,
sondern auch/\Protokolle über das geistige Agieren und Reagieren der iStrtyrer
besäßen. ?jun geht uns die präge an, ob es in der gocamten Philosophie diooor
Zeit ein» lyaftegibt, die Menschen das Rüstzeug für einen solchen Kampf ver-
leihen Jnan« Betrachten wir also eine enge Auswahl einiger Ideen, gleichviel
UpMt«M *W** -* W, *j4ffcw4^£w*4y u^A^M, l*A U^Mi^- <U
ob sie eine weit zurückreichende Vorgeschichte haben oder mit einiger
Ausschließlichkeit der Gegenwart angehören.
■enden wir uns zunächst dem uralten Problem der Willensfreiheit zu,
das 4a-«nse»efe jahrhundcrt^wl o nrhnn im mrigrn^ zu enormer Aktualität
gelangt ist. es hat, um das Ergebnis persönlicher Auseinandersetzung teilweise
vorauszunehmen, (ginerseits^inen metaphysischen und naturwis sens chaftli chen,
logischen und ethischen Aspekt), (^ierseiteTeinen sozialen^ der erste kann
zusammenfassend theoretisch, der zweite praktisch genannt werden. j]ur diese^u^W«*^«
Trennung führt zu einen anwendbaren und daher berechtigten Lösung, jn einigen
^lü^ M t i
beziehenden Lehren) fehltA diese Trennung^ /foder egfo3^§t -statt -auta,' e^ae
einseitige Argumentationf-Tfiw zuweilen tritt Konfusion der Standpunkte ein, sodaß
aus umfangreicher^ ua*l von verdiens t vollen Denkern unternommener Arbeit nur
eine neue Phase im häufigen "Wechsel der Meinung, ein erneutes setzen von
wirkliche
Annahme gegen Annahme resultiert, nicht eine ÄE5Sehi?lEm>S8sung.
Konfusion entsteht auvrollfon daraus, daß man eine Annahme macht und sie
mit oder ohne Erfolg zu beweisen unternimmt, weil man sie braucht« Der ->.
Existentialismus brauchte die Annahme der Willensfreiheit, nirriniort "^Tr "
einer beschränkte». Schon sein Altmeister Kierkegaard entblößte eine unbe-
streitbare schwache, indem er in einem Atem sowohl den willen für frei
erklärte als auch auf die Angst hinwies. Der Psychologie seiner zeit war
die gegenseitige Ausschließung von Angst und Freiheit wohlbekanntj u.zw.
nicht allein als Ergebnis empirischer Forschung, denn schon aus den beiden
Begriffen selbst muß ihre Unvereinbarkeit notwendig deduziert werden.
Auch der- spätere gstist oniialicmus einschließlich Heideggers, <lea? ja kein
eigentliches System, und mit Ausnahme von Jaspers auch nichts einem System
annähernd Entsprechendes hervorgebracht hat, setzt an die stelle von
Beweisen oft genug Behauptungen und postulate. nie Argumentation des
23
Existensphilosophen -wird unter umständen zu reinem Ausdruck von $ünschen,
etwa wenn er den eigenen Glauben an Willensfreiheit gleichsam als Beweis
anführt •
Zu einem entschiedenere gativen Resultat führen s&££" die gegen das *^*v#
Kausalitätsprinzip gerichteten Bemühungen. Daß der Hillens akt ohne Ursache
sei, kann man nur proklamieren, wenn man einen verstoß gegen die Logik
begeht, indem man übersieht, daß ohne Ursache sein mit i&clfeein gleichbe-
deutend sein muß, sodaß der extreme Indeterminismus sich hier selbst aufhebt« ^<
im aftor suijluich auch metaphy sis cht Evident, daß es eine partielle
Eäusalit&tnicht geben kann, -und dat> muß selbst gegen Kant aufrechterhalten
werden. Denn der Umstand, daß es uns nicht gelingt, alles als pDlge von
'Ursachen zu erklären, wie im sinne Kantts das sittliche Erlebnis, kann
keineswegs besagen, daß Kausalität nur da bestehe, wo sie nachweisbar ist.
Dem' Ausschluß bestimmter jfcfcw&nen© aus dem Kausalprinzip kann äö— entgegengehalten
..erden, daß es die Hatur der Kausalität ist, unbegrenzt allgemein zu sein,
da sie sonst mit der gleichen Allgemeinheit geleugnet werden müßte. Diese
Alternative ist^ logisch durchaus möglich, doch~S£S8t däe> Jjegation der
voraus sagbaren Eintretens von i<M£Mt vorgingen, abwegige Anwendung, die daher
zu falschen polgerungen führt. Ursächlichkeit und voraus sagbarkeit sind zwei
völlig verschiedene Dinge, yas voraussagbar ist, muß zwar ursächlich bedingt
sein, aber dieser Satz ist nicht umkehrbar, das ursächlich % Bedingte muß
durchaus nicht voraussagbar sein. Das wird durch jede Überraschung und alles
Unerwartete bewiesen. Die Voraussage hat die Kenntnis des Kausalnexus im
gegebenen Falle zur Voraussetzung, nicht nur den Kausalnexus selbst.
oen versuchen Sartre »s und anderer Existenzphilosophen zur -/Wiederherstellung k±keic
eines weitgehenden Indeterminismus muß dennoch ein höchst verdienstvolles
25
Ziel zuerkannt werden. Der Begriff der Freiheit mit allen seinen positiven
psychologischen und sozialen Ausvdrkungen soll gefördert werden, Mensch und ^gssl&ssk.
Gesellschaft sollen vo^räJiruendem Fatalismus in allen seinen Formen befreit
sein, schöpferische Kräfte sollen wachsen können, im Zusammenhang damit
soll eine tiefere Beziehung zwischen den Renschen rekonstruiert werden,
wie auch der Begriff des Menschenrechtes bedeutende Vertiefung erfa'Tirt.
Ferner muß zugegeben werden, daß ein gewisser Verzicht auf Systematik
mit gelegentlichen Ausflügen ins Literarische eine gesunde Reaktion auf
formalistische Erstarrung war. Ebenso müssen wir Sartre und andern Existent! ab-
listen zugutehalten, daß sie den Stil des Gedankens und des .ort es verlebendigt
haben, sie haben vielen geholfen, sich von dem Vorurteil zu befreien,
Trockenheit sei an sich ein Vorzug. Den so schwer verdaulichen stil Kant «s
zu imitieren ist gewiß leicht, aber keine derartige Nachahmung ist in irgend einer
J» Hinsicht bedeutend.
Die Verdienste der Rxisteniialisten anzuerkennen heißt natürlich nicht
auch ihrer Argumentation zuzustimmen, jie Erkenntnis der Kausalität, die im
19* Jahrhundert- besonders von der Naturwissenschaft bis zu einer gewissen
Lückenlosigkeit erarbeitet worden war, ^aw^^^r thcoratiadwr sieg-ifer
WämmOm werden honnt^ muß aufs neue in ihre Rechte eingesetzt werden, solange
wir sie nicht durch eine evidentere Deutung unserer Erfahrung ersetzen können.
Doch kann die notwendige theoretische Rückkehr zum Determinismus nicht
das letzte ort sein, denn es gibt noch eine präge von höchster Bedeutung,
die er nicht lösen kann. wir kommen also auf die eingags (s.23 ) bezeichnete
Seite des Problems zurück, es ist eine sinnfällig© und ohne Spizfindigkeiten
nicht bestreitbare schwache jedes Determinismus daß er mit dem
Prinzip der Verantwortung schlecht zusammengeht, jede/ konsequente AUe^hiaß
der illensfreiheit zwingt mit unweigerlicher Notwendigkeit zum Ausschluß
von T*hn und strafe, /er nicht frei wühlen und entscheiden kann, wer es nur
1
scheinbar frei tut, aber in einer weniger sl^tbaren^vjirmchkeit^deis^Z^g
der Ursächlichkeit unterwarfen ist, von der seine ihm als Willensakte zu
Bewußtsein kommenden Punktionen einen Teil bilden wie alle andern Vorgänge
im Universum, verdient für sein Tun nicht Verherrlichung noch Verurteilung,
nicht Lohn noch strafe. Zu dieser jjb Grunde erschreckenden Schlußfolgerung
gelangen wir jedenfalls auf Grund der voraus gegangenen^aus^Ueßlich
theoretischen Tnrwägungen. Sie ist erschreckend, wellsi^u.a. die Abschaffung
jeglicher Justiz er fordert. Bekanntlich ist eine solche Maßnahme bisher von
keiner noch so revolutionären Gesellschaft durchgeführt oder auch nur gef ordertxTOsdi |
worden, abgesehen von\ vorderhand verfrühter^ j^een* die alle antisozialen
Handlungen ausnahmslos für pathogen erklärte» und das Strafgericht durch
lückenlos verbesserte und verallgemeinerte Therapien ersetzen -wollen.
xtir den Fall, daß die Menschheit dem nuklearen Untergang und den andern im
drohenden fatastrophen entgehen sollte, werden die vorhandenen Heilungs-
und rrziehungsmethoden voraussichtlich bedeutende Vervoll komramng erfahren
und es ist nicht einzusehen, warum nicht -a»eh konstruktiv zweckmäßige, v«** nAÄfoJL.
3-3
4
Heuerungen erfunden^ vrerden sollten. Doch haben wir zunächst mit der Realität
von heute und morgen zu rechnen und müssen das Strafgesetz permanent
reformieren, aber im Prinzip daran festhalten. Die Reform in Permanenz
muß nicht allein ein qualitativer, sondern auch ein quantitativer prozeß
sein» : je mehr Boden 5raiehung und Heilung gewinnen, desto mehr muß die
Justiz an Boden verlieren; sobald Erziehung und Heilung - ein Hendiadioin,
ein Begriff in zwei 'Jörteny - neue Anwendbarkeit erweisen, hat die Anwendung
des Strafgesetzes auf eben diesem Gebiete aufzuhören.
So oh ist öas strafreenor anyldie aijftc /Voraussetzung geknüpft, ohne die es
auch nicht zeitweilig bestehen kann^ »s— ist obon die Willensfreiheit^ der
trlr ftplbot die Geltung tlieoi e LU>uh aberkannt haben-. /gM dei eigen Lüchen
^trlosophle eliminier l, muß ble jedoeh als sozialoo Rpfordornio, o3bs
ge'sell.sohaft.s erhaltende- Kraft» als Auowog ^ois-der^iivergenz-^fcheorefeLsoh^
-Einsieht und praktischer mt~9 ihre^rrtgtSTH~Lelieii einnahmen t Die Unfreiheit
des 'Tillens muß in allen drastisch deutlichen Fullen gelten und strafbarkeit
ausschließen, vorderhand auch Überall, -wo Erziehung und Heilung in der Tat
noch ohnmächtig sind. ?jjotaphyoiogn_e3d.otQnailog>t wiroNdie willensf reiheit v^i
zur Arbeitshypothese, -34eȀ als solche^jnentbehrlich. sowohl der Theorie
/aTs auch der Praxis wird d
.s solche unentc
seitige Störungen oder die Notwendigkeit von Kompromissen korema
.3
n in TM?g
gegen-
seitige Störungen oder die Notwendigkeit von Kompromissen v»m™an jjgiEiäj ,
/^Analoges geschieht de facto auf vielen Qebieten. was^die thermische Energie
27
sei, ist eine Frage, die auf Bezeugung, rrhaltung und Regulierung von i$trme
keinen Einfluß hat. A*eh wenn klar werden sollte, daß es eine solche Energie
r
nicht gibt, :»8a»ete die Wärmetechnik in ihrer Arbeit ungestört fortfahren. / y
"rinnern wir uns^an das erwähnte und ziemlich allgemein anerkannte Prinzip,
daß Philosophie einen sinn haben muß.
Von altersher wurden die großen und kleinen aadTga«is«h©n Gebilde und Stoffe
so*4e die Organismen einschließlich des Menschen beobachtet. Seit dem Altertum
war aber die Beobachtung ihres Verhaltens an sich Äst irrelevant, es kam auf die
Schlußfolgerungen an, auf die Gebäude, die Uber diesen Fundamenten errichtet
.mrden. nie Bedeutung der Beobachtung ist der Rolle der Rohstoffe in der
Industrie vergleichbar, sie sind die Vorbedingung für alles und als solche
von höchster 7/ichtigkeitj an sich aber sind sie nichts. Dieses nichts ist
in der Gegenwart sehr anspruchsvoll geworden. Der stummen Rolle des Material4#####
lieferanten überdrüssig, gibt es sich als Philosophie aus, nennt sich
Behaviourism und füllt seine Leere mit geschickt gemachter latein-griechischer
Terminologie, es ist die Munition für eine noch nicht beendete offensive,
in der es um das Ganze geht, ffm» gab es verschiedene ivege und ^i^^AUlcAMu
oder vermeintlich ging man auf ihnen zu einem ziel. Für alles, was sich^W*
zahllose Objekte, bzhw. gubjek1% die durch Beziehungen definiert sind.
Kein Kind kann ein Kind sein ohne Eltern zu haben, die Zeugung kann nur
durch zvrei erfolgen, ein Arzt setzt Kranke voraus, und auch Haß und Feindschaft
kommen ohne den Hasser und den Gehaßten nicht zustande, zur Vervollständigung die
Beispiele müßten wir geradezu von unserer gesamten Erfahrung berichten«
Dartiber hinaus gibt es auch solche Beziehungen, die nicht ein direktes
logisches Resultat aus zwei Faktoren sind« Heimattreue z.B. ergibt sich
nicht allein aus einem Land und einer in ihm geborenen person, da Andere, die
im selben Land geboren -wurden, diesem nicht treu sind. Dritte Faktoren, wie
der Charakter oder die Erziehung, waren für das Zustandekommen oder die
Aufrechterhaltung einer solchen Beziehung bestimmend, solche dritte Faktoren
bestimmen den Grad der Beziehung oder ihre Intensität, pi einer bestimmten
Kategorie psychologisch bestimmter Beziehungen füllen diese das Subjekt
so restlos ausy als bestünde es ganzlich aus dieser Beziehung und hätte
keine Existenz außerhalb ihrer, lüfie etwa 4ea? Soldat, der ganz aus soldatischen
Tugenden zu bestehen seheint und keinerlei andere iflttnsche featj öder der
sexuell Hörige, der alles leichter opfern kann als seine Ansprüche an die
person, von der er abhängig ist. Hierher gehören auch Br3cheinungen der
atER Tierpsychologie wie die der Anhänglichkeit des Hundes.
Die mathematischen Operationen beruhen ebenfalls auf Beziehungen
oder sind selbst Beziehungen. Die Musik macht uns die Bedeutung der
Beziehung erst völlig klar, wenn wir die <inh«^^Losigkeit eines einzelnen
Tones mit seiner aktiven und passiven, durch Gegenseitigkeit bestimmten
Rolle in der Melodie und in der polyphonie vergleichen. Der naive Betrachter
von Gemälden und andern farbigen Gebilden nat^ kaum eine Vorstellung von
der unwesentlichkeit und Bedeutungslosigkeit einer einzelnen und isolierten
Farbe, weil er nicht beachtet, daß sie als wirkende Kraft erst durch die
Wechselwirkung mit andern Farben entsteht, daß also die Farben an sich
leblos und sinnlos sind,«** einander Leben und sinn geben. ^
jede entwickelte Sprache hat ein reiches Vocabulaire zur Bezeichnung von
Beziehungen, reicher als die Arbeit, die Logik und Metaphysik bisher an
ihnen geleistet haben, sie erfordern aber nicht nur qualitative Analyse
und Klassifizierung, sondern bilden auch quantitative Probleme, in welchem
Maße sind z/b. Liebende mit ihrer Beziehung zu einander identisch, durch
sie definiert, und in welchem Maße ist Jedem von Beiden extrarelationale
Existenz gewahrt ? nafür ließen sich wahr scheinlich prozentzahlen finden
uno^ waren, in die Psychologie eingeführt, voraussichtlich nicht wertlos.
So könnten auch andere emotionale Bindungen nach entsprechenden vorarbeiten
mathematisch definiert werden. Um die Bedeutung eines solchen neuen Arbeits-
feldes zu ermessen, brauchen 7/dr un£ nur an die früher erörterte praktische
Seite des Problems der 'Willensfreiheit zu erinnern. Die Errechnung des
Prozentsatzes der Unfreiheit würde der Juivldloehoa Praxis ermöglichen,
die) vage, der Realität kaum jemals entsprechende Alternative von frei oder
unfrei durch eine gewisse Präzision zu ersetzen.
Der prozentuale Anteil einer Beziehung an ihren Komponenten ist eine
variable Größe, wofern es um psychologische Fragen geht, sine gewisse
Variabilität besteht aber selbst in der Astronomie, denn nur so werden
kosmische Katastrophen erklärlich, renn diese zu Kettenreaktionen führen,
bedeutet das für uns o4n -Vordringe« der Variabilität in die Konstanz
einer Gruppe oder eines Systems von Beziehungen.
Die Bedeutung der Beziehung für den Makrokosmos, die uns schon durch die
Gravitation genügend anschaulich wird, trägt zu der Vorstellung von leisen
xxxxxxxxxxx
und Astronomen bei, daß die j#f$/fäM#/ ;,eltkörper einmal eine einzige
Masse gewesen seien. <enft--w£i von der Bfgff diu» objukllvuii nl.ijliU.gktd l
^tftlig aboohen,|/eginnorn wir uns einety auffallende^ Analogie der Denkungs-
weise, bzhw. phantasie^Hie auch für das menschliche Leben die Beziehung
einem ursprünglichen Eins sein zuschreibt, Die Alten hielten die Liebe fttr
eine Sehnsucht der zweiheit nach dem Urzustand des Einsseins, wenn -wir solche
Legenden nicht als wissenschaftlichen versuch zur Rekonstruktion der
Entstehung werten, sondern als mythologischen Ausdruck für die metaphysische
Einschätzung der Beziehung, nötigt uns die Intuition der frühen Menschheit
wieder Bewunderung ab.
Sowohl auf den animalischen Vorstufen der Entwicklung eines Bewußtseins
als au chrjmSmens eftlichen Kleinkinde, a«> «feeh deutlich genug, daß die
Beziehung zum Andern dem Bewußtsein unoo^cr eigenen Existenz vorausgeht (y^'S-
So ist es die Beziehung, die im kosmischen Geschehen, im 33t Kräftespiel
der irdischen Natur und im Leben der Menschen zu einem großen Teil wesen,
Realität verleiht oder gegebenenfalls entzieht. Da vdr zwischen sein und
Beziehung unterscheiden können, ist sie nicht selbst das sein, doch ist sie
zwischen dessen Einheiten und -wird in ihnen manifest.
Xj,^ KmA&^ jtwas -weiter unten
Die^zögernde und doch revolutionäre Bewegung in der geistigen Oberschicht der
Kirchen, die, von Problematiken! und Denkern großen Formats eingeleitet^ und
vom Verlangen nach Tahrheit und wahrem Leben getragen, weiter geht als
jemals eine Reformation es konnte, löste bisher weit schwächere Reaktionen
konservativer Tendenzen aus als^ zu erwarten war. solche sind voraussichtlich
unterwegs« Hingegen kam es fast gleichzeitig in den. kirchlichen unter s chi chW A^^^u,
zu einer entsprechenden Bewegung, di$, den schwächen der houtigon Kirchen
entsprungen, diese infolge falscher Berechnung und einer Reihe von ?£lßver-
ständnissen^und persönlichen Entgleisungen noch viel mehr schwächt.
32:
Als diese kleineren und -relativ -unselbständigen Köpfe im r.,aufe der
letzten Jahre es immer mehr erfahren mußten, daß die Anziehungskraft der
Routine, der des Glaubens und der des Zeremoniells, in unaufhaltsamem Abnehmen
war und die alt erprobten Injektionen erfolglos blieben, sahen sie sich eine
eile den ansteigenden Kräften des preidenkertums und der Apostasie
hiflos gegenüber, m den Büchern der großen Köpfe fanden sie zugleich
Revisionsbereitschaft um jeden preis und jene Rücksichtslosigkeit, die
starken Charakteren immer dann eigen ist, wenn es um die wichtigsten
TTitschcidvVungen geht, statt also die aussichtslos scheinende Sache des
alten Glaubens bis zum letzten Mann zu verteidigen, entschlossen sich
manche der schwankenden, zu den Angreifern überzugehen und den Glauben
T/on» glich noch erbarmungsloser zu schlagen. Säe- tun das in der Hoffnung,
den Rahmen, die kirchliche Organisation als solche, erhalten zu können,
als ob vom leeren Rahmen die Thunder zu erwarten w&ren, die das Gnaden-
bild nicht vollbrachte.
u
Sie und auch diejenigen, die vor der Ußersten Konsequenz der Liquidierung des
Glaubens noch innehalten, um alle möglichen Folgen nochmals zu erwägen
und in vielen Beratungen in Betracht zu ziehen, was Andere tun, wollen
auf alle pSlle anderen Inhalt herbeischaffen, um die Gemeinde, die schließ-
lich immer noch xxWtfif zahlt und nach irgend einer Anleitung und Betreuung verlangt,
zusammenzuhalten^ ihr etwas ftu bietend Öicse priester wollen ihre Position
wechseln^aber keinesfalls aufgeben« Sie sehen sich also ziemlich hastig nach
neuen Funktionen um. sie wollen anerkannt bleiben, Achtung und Dank ernten.
Ihr ziel ist jetzt, sich nützlich zu machen.
Man versucht es mit neuen Diensten und Hilfeleistungen, um die Niemand
ersucht hat, um zunächst die ausgetretenen pfade der psychologischen interß
vention aufs neue^j zu benützen. Einzelne Geistliche hypnotisieren, andere
lehren Kollegen das frisch Erlernte. Manche demonstrieren einen Zusammenhang
mit ihrem Beruf und sozusagen^Kompetenz, indem sie die zu Hypnotisierenden
nicht auf glänzende Knöpfe starren lassen, sondern in die Augen eines
Christusbildes . Sie fragen nicht viel, ob es gesetzlich ±st, denn sie wissen,
daß man ihrem stand gegenüber, solange es noch irgend geht, eher beide
Augen zudrückt, sie fragen nicht einmal, ob nicht gerade dieser krasse
Dilettantismus ihre gesamte Vertrauender digkeit in Frage stellt. Andere versuchen
es mit minderkuren, die unter günstigen psychologischen Voraussetzungen auch
gelingen, vrobei ja dem Gesundbeten u.dgl. durch die enge Verbindung mit dem
Glauben das Vertrauen gesichert ist. Aber dazu sind nicht Viele unternehmungs-
lustig und -wagemutig genug und es würde, wenn von zu vielen projiziert, den-
Reiz der Besonderheit verlieren und nicht mehr wirken . jrJ^^M -hU^ Mtyji^U U^J
, das '.mr fast unbe grenzt <f*yt^
Es gibt aber ein Gebiet von allgemeinstem interessej
viele Ratgeber platz hat. Bs ist das Geschlecht mit seinen vielen Zusammen-
stößen von Lust und Unlust, mit seinen Genüssen und flöten, seinen Anreizen
und verboten, Lockungen und Gefahren. g£t der durclischnittlichen privaten
Trfahrung und einem !<inimum an vds sens chaftli eher Kenntnis kann Jeder als
Fachmann auftreten, kann sogar auf Erfolg hoffen, denn in problematischen
sexuellen Situationen sieht zumeist jeder unbeteiligte klarer als der Verft
strickte, so wird er die Kompetenz, die er nicht besitzt, oft sozusagen
unter Bei/reis stellen können, fit der-) Psychoanalytiker, wird auch er unbe-
grenzte Toleranz zeigen müssen, denn nur sie bietet volle Gewähr dafür,
daß der Ratsuchende sich verstanden fühlt, was ja für das Vertrauen die
wichtigste Bedingung bildet. Dem Rat-" suchenden» körnet man auf halbem
'ege entgegen oder man findet einen Stil, Piilfe anzubieten, wo sie nicht
erbeten wurde.
Sobald die Straße der uneingeschränkten oder vrahllosen Toleranz
betreten ist, gerät man leicht in groteske Übertreibungen, an denen sowohl
der wachsende Diensteifer als auch die wachsende "onkurrenz schuld sein
mögen. Ein Geistlicher brachte es fertig, den Redakteur eines Magazins
für erotische Attraktion, das den amerikanischen Markt beherrscht, als
Moralisten zu feiern. Doch bald war er übertroffen. Kein vernünftiger
Mensch verurteilt heute noch die Homosexuellen* Die Gesetzgebungen haben
eine umfassende Revision erst begonnen, aber die Verfolgung hat praktisch~^&y| —
schon aufgehört, weil Jeder weiß, daß es eine Krankheit ist; obzwar nur ganz
wenige dieser Franken bereit sind, sich heilen z*. lassen. Aber auch da führt
der unsch, eine noch nie dagewesene Nützlichkeit und einzigartige Toleranz
an den Tag zu legen, zu derb komischen Auswüchsen, indem ein pfarrer homo-
sexuellen paaren kirchlichen Segen als Imitation des Ritus der Eheschließung
x
anbietet. Mag sein, daß auch dieses Angebot die nicht vohandene Nachfrage
noch hervorrufen wird, im Hinblick auf mögliche legale Konsequenzen,
•wie etwa im Erbrecht, Das analoge Angebot an die Lesbier innen steht
noch aus,
?jur in extremen Fällen, die unliebsames Aufsehen hervorriefen,
war die Einmischung in die Einmischung unumgänglich, wie etwa gegen
einen Geistlichen, der Halbwüchsige beiderlei Geschlechts in seine ,
Kirche lud und ihnen in einem ihrer Räume Gelegenheit und Anregung bot.
finden^ müssen wir uns vergegenwärtigen, daß in den F Religionen, zu deren
weiterer Gruppe das Christentum gehört, der priester seit Menschengedenken
einen Gott repräsentierte, der zuweilen wohl liebte, aber doch nie aufhörte,
auch die befehlende, verbietende, mahnende, warnende und strafende Macht
zu sein. Dem Charakter und der Stellung der Kirche entsprechend, war der
Priester einmal gefürchtet, aber in der Achtung, die er auch in der zeit
der reduzierten Macht der Kirche genießt, ist noch ein Echo jener Furcht,
Da diese nur noch im unbewußten nistet, und in dem der Protestanten wohl
nicht viel weniger als in dem der Katholiken, sitzt sie umso tiefer. Der
berufsmäßige Diener der Gottheit war seit einer langen Kette von Generationen,
- « wahr scheinlich seit vorgeschichtlichen Epochen, das verkörperte tJberich,
negativ, nicht viel weniger als im Buddhismus, Die v/endung zu relativer
rebensbejahung in der WtmmMm hob das psychologische Begleitmotiv nicht ganz
tfberichs zum Geschlecht deutlich
Philosophie nannte, war die ; Erkenntnis des Wesens, oder zumindest die des
wesentlichen, das ziel. Das fesen oder das wesentliche läßt man nun links liegen
und lächelt nicht einmal Uber so etwas Verschrobenes. der Psychologie wie in der
Physik und Chemie studiert man das vorhalten der Objekte, wodurch rwi sich
um die Erweiterung der geistigen Rohstofflager/^hohe$7erdienste ermrbtj
wa*'hrend die Frage, was die Objekte seien, und gar die, ob sie seien, als
unzulässig gilt. m nennt solche Problemstellungen Metaphysik und spricht
dieses 7iort aus wie die Bezeichnung fUr eine nicht zimmerreine Handlung.
Viele Andere, die sich garnicht Eehaviouristen nennen, halten es/\ebenso.
Der Begriff des Beweises wird ohne |at scheu vor Absurdität derart entstellt,
daß ein Beweis kaum noch möglich ist. Daß ein von einem brennenden Zündholz
berührter Haufe trockenen Strohs ebenfalls brennt, ist für diese schule
kein Beweis einer Kansalbezieliung zwischen den beiden Erscheinungen, auch
die beliebige Wiederholbarkeit des Experiments ist es nicht. Man erklärt
es einfach für unerwiesen, daß die Folge nicht auch ausbleiben konnte.
Der völlig haltlos«* simplifikation setzt die Realität selbst gewisse
Grenzen. Da man den asketischen Beschluß, sich rein deskriptiv zu verhalten,
nicht durchführen kann, ohne auch solche Vorgänge aufzunehmen, die das
Kausalprinzip direkt demonstrieren, wie Aktionen mit den ihnen folgenden
Reaktionen, sieht man sich genötigt, da» Zugeständnis der Ursächlichkeit
hinter einer sehr matheinatisch-iaturwissenschaftlich dreihblickenden
Terminologie zu tarnen, "nie Ursache heifit von min an 3, Stimulus, die Folge
R, response. R und 5 wirklich zu definieren, oder zu erklären, inwiefern
sie sich von aller abgetanen Etiologie unterscheiden, kann man sowieso
ruhig ablehnen, denn das^wäre ja Metaphysik, so verliert man sichern
Einzelheiten und verurteil t^sie\ zur Sinnlosigkeit.
'licht so der Atoroismus, dessen feleine ;elt sehr groß ist, zwar ist es
möglich, daß die technologischen Konse ;uenzen zur Zerstörung des Lebens
auf unserem Planeten führen werden, da sie wenigen oder gar Einem eine
Ifacht geben wie sie sterbliche nie hatten. tfftöea^Angsttraum^darf aber nicht
den Maßstab für die Bewertung von Forschungen bilden, die um der Erkenntnis v&llen
von der griechischen Antike bis in die Neuzeit unternommen wurden. y/as einem
Demokritos vorschwebte und woran schon parmenides arbeitete, war die Begründung des
Wesens der Materie, und von da aus hofften sie und ihre Nachfolger zu ijösungen
aller Rätsel zu gelangen, ist es nicht das streben nach dem Ganzen, durch
das wir unsern sinn erfüllen ?
s ist irohl nicht das Ganze, aber es sind immerhin Ganzheiten und somit
Brücken zum Ganzen, die durch die Gestalttheorie jenem Verfall der Begriffe
entwunden und wiederher gestellt werden. gü> mußten es endlich erfahren, daß
ein Brief mehr ist als ein mit Buchstaben bekritzeltes stück papier und ein
l'ensch mehr als eine Anzahl von Eingeweiden mit Zubehör samt ihren Funktionen.
Man wagt also wieder an das Wesen der Dinge zu denken, und das ist wesentlich.
Versuch über Beziehung
in der folgenden Skizze sei auf eine Qualität oder Wesenheit hingewiesen,
die, bisher zu wenig beachtet, unserer Daseinsdeutung eine Möglichkeit
erschließt.
Die vielen Doppelsterne, die Sterngruppen, die Ldchstraßen und die
ihnen noch übergeordneten jggag^rungon von idmmelskörpern, aber auch die
Planeten ttaseres Sonnensystems und ihre Satelliten, sowie die der andern
Gestirne, und schließlich die .paartikel der Atome kreisen in Bahnen, die,
wie vdr auf Grund von Beobachtung und vergleich annehmen, von den selben
Kräften bestimmt sind, die wir aus unserem Alltag kennen oder zu kennen
glauben. Als sicher kann gelten, daß zwischen allen jenen Einheiten
Bezishungen bestehen und daß sie ohne diese Beziehungen nicht denkbar
sind, daß also Beziehung einen integralen Teil ihrer TJatur oder gar ihr
eigentliches y;esen bildet. Auch in unserer T^benssphäre beobachten vdr
auf. Die psychologisch so ^dcrs^ichsvolle Situation von heute besteht darin, j
daß der Priester selbst der alten Wirklichkeit seiner negativen Autorität
die^ seiner positiven Autoritätslosigkeit gegenüberstellt.
nie Vertreter der firche wollen sich, oder sie, um jeden preis den
Bedürfnissen der Gegenwarijanpassen, aber der preis könnte zu hoch sein,
nie vielen Veimrrten, deren Glaube ohnedies erschüttert ist und schweren Belastungs-
proben nicht mehr standhalten kann, sind dem ^Widerspruch tischen den beiden j
Wirklichkeiten nichtj^ewacfe^^ Heil in der Flucht suchen
fi^nyln^r^Oucht vor der Kirche und ihren Vertretern,
nie Flucht hat schon begonnen und auch an ihr nehmen immer mehr Pastoren
teil, noch höchst selten ereignet es sich, daß l&ner auf seine Bezüge verzichtet
und aus seiner beschleunigten und glücklich beendeten Ablehnung der Religion
die iaän Gliche Konsequenz des Abtritts zieht. Man behalt einfach den schönen
Posten und erklärt frei nach Nietzsche, Gott sei tot. s± duo faciunt idea
non est idem. Für das kranke Genie war das Selbstbefreiung aus einem unerträglich
gewordenen Zwangs zustand, nie moderne Nachahmung riecht eher nach vatermord
aus schäbigen Motiven. Das allerdings kann kaum noch tibertroffen werden,
insbesondere wenn eine solche Proklamation oder die Zustimmung zu ihr mit
unverhüllter Erleichterung oder Genugtuung erfolgt, nicht etwa im
Sinne der antiken kultischen Trauer um Thamrauz-Adonis . Die neueste iforal
entbehrt jeder präzedenz in der Natur. Gibt es etwa einen ??und, der den
sterbenden oder toten Herrn beißen oder beschmutzen würde 1 ic ^
*^/U^ ^^^^e^ein^schTOrlich noch korrigierbare*. Zerrbild des Vorganges,
der sich in den besten Geistern der protestantischen und\anglikanis chen
Tdjfche abspielt, eine beklagensTierte $lßM&te®cmxd^^
, TC
Parodie auf das Entstehen und Vergehen von Ideen. £
.Solchor zorrülUmg gu^iiUber üdiaüil der dm1 chsctihi etliche katholische-
Eri^siei^^en-hewte^er -es- in seiner nicht mehr starren Kirche scheinbar
leichter, doch in mancher Beziehung schwerer i^fc, intakt bleiben und seine ^pd^-
4<
^*f3e für kein Linsengericht hergeben . «nwüeö,
Es ist AU<& bemerkenswert, daß der Anteil von Juden am Freidenkertum
eher noch ge"wach3en ist) daß aber, "wie das an Richtungen JÄt reiche
Judentum Nordamerikas zeigt, die jüdischen Gemeinden ihre Kohäsion
bewahren, ihre typischen geistigen Führer, deren Altruismus sich keines-
vre £3 Uber die heutige norm erhebt, zeigen keine Neigung zur Fahnenflucht«
Es scheint nur eine kleine Gruppe zu geben, die einem atheistisch gesinnten
Reformrabbiner gefolgt ist. noch ist anzunehmen, daß solche Experimente,
Trenn sie gelingen, Nachahmer anregen isrerden, auch ihre Originalität zu
zeigen. Hingegen ist mehr als verständlich, daß es unter den Überlebenden
der Vernichtungslager und den Hinterbliebenen der sechs Millionen ©p£er 5uu»v(«4,
nicht spiele gibt, deren Glaube an einen zugleich allmächtigen, gerechten
und liebenden Gott die furchtbarste Konfrontation mit der Wirklichkeit
Sre aber , wahr s ifus i;
überstehen konnte.
Das Ende -äer- Religion wäre afeer Tmfrrnijhrinlioh« auch von einem ganz
und gar nicht kirchlichen Standpunkt zu bedauern. y/as immer zwangsläufig
zur Aufhebung des Glaubens führt und in irgend, einem unvorhersehbaren
Tempo den Kirchen den Boden entzieht, stellt un£ vor die bereits berührte
präge eines Ersatzes für ihre soziale, oder genauer» gesellschaftserhaltende
Funktion.
ras Bekenntnis zu illusionsloser Wahrhaftigkeit als ziel jeder kollektiven
und individuellen Erziehung erfordert sicherlich rücksichtslose Abrechnung mit
der Religion im allgemeinen und mit den orthodoxen Mächten im be sondern.
Aber *^/naberyiuich den zu erwartenden und teilweise schon eingetretenen
Konsequenzen in die Augen zu blicken.
Fast jede Religion in ihren Anfängen, solange sie eine aus der Negation
vorhan
idener zustände zu positiver Forderung revolutionär hervorbrechende
KTaft war, den Ansehen emporgebracht, um aber in späteren %stanungszu-
ständen weitere Entwicklung zu verhinderndem militanten Konservativismus ft
führte einer der wege zu brutalstem Egoismus und i^iie Abgründe des Verbrechens,
Von der Inquisition haben blutgetränkte Lander sich bis heute nicht erholt.
Das pesthalten am Greuel der Stierkampfe, z.B., mag jttrf noch fortwirkende sadisti-
sche Reaktion eines gequälten Volkes sein..
Diese Tatsachen haben aber auch eine Kehrseite. Zwischen der heute zumindest
im lösten rapid zunehmenden Kriminalität und der Trrschütterung des Glaubens
rällt ein unleugbarer Zusammenhang auf. Der Furcht vor dem strafenden Gotte
folgt ein vadium, die Hemmungslosigkeit, deren der Staat allein nicht Herr
werden kann. Man wird wahrscheinlich noch längere zeit die bestehenden
und neue Erziehungsmittel mobilisier enjf den bedrohlichen Energieüberschuß ^-
in den Sport und in die diversen Vergnügungen abzuleiten suchen. Das wird
wenig nützen, solange die vom Glauben hinterlas sene Leere nicht gefüllt
sein wird.
Es ist aber ebenso traurig wie wahr, daß diese Füllung sich nur dort
anna-hernd problemlos vollzieht, m sie schon vorher mehr oder weniger überflüssig
war, wo nämlich sittliche, bzhw. seelische Gesundheit antisoziale Tendenzen
in gefährlichem Maßstabe nicht erst entstehen ließ oäer oder zumindest in
Schach hielt, wo aber, wie bei einem grausigen Prozentsatz der Gesamtbevöl-
kerung, lückenhafte Gesundheit zersetzende Kräfte unaufhörlich und mit zu-
nehmender ;rntensit^ einlädt, wird eine Machfolge für die *^/sl^h ver-
triebene Religion zum brennenden Problem. Da erwacht also die Sorge, ob
der Durchschnittsmensch überhaupt zu einer sthik erhoben werden kann, die
nicht auf Lohn und strafe beruhtj ob der in der durchschnittsmenschlichen
Seele in der bekannt wirksamen reise vertretene himmlische Gesetzgeber,
Staatsanwalt und Richter durch irgend etwas zu ersetzen ist. für die
kapitalistische und die koramunis tische Gesellschaft mögen die Resultanten
31
verschieden sein, da die Komponenten verschieden verlaufen. Doch haben beide
Systeme ihre ;crindnalität. Da diese mit wechselnder Besetzung der Anklage-
bank Herrschende und Beherrschte einschließt, ist da und dort ein Archimedischer
fester Punkt, von dem aus für soziale Einsicht und andere idealbegriffe
Normen festgelegt werden kannten, schwerlich auffindbar, für die T/restliche
Tjelt ist klar, daß sie zur Erlangung eines Ersatzes für Religion nloraonte £^^^-»4,
ihrer Zivilisation entwickeln oder, wenn sie es kann, ein ueues hervor-
bringen muß, um ihr zunehmendes Vakuum zu füllen, welche existierenden
Elemente könnten zu solcher Bedeutung entwickelt werden ? Kann es der
Patriotismus sein ?
n
Die Annahme, er hebe die Moral und schränke die Kriminalität ein,
erfährt ihre gründlichste Prüfung in Kriegs Zeiten, die mit Recht als
die der besten Konjunktur für die Patriotismen gelten, zwar wird da unter
zugleich äußerem und innerem Druck Burgfriede der Parteien und das mögliche
Maximum an Solidarität der Bevölkerung eines Landes erreichtjj.j&ie organisierte grcksxv
Unterwelt verliert soesk an Kräften durch Einrücken ihrer meisten Mitglieder*
das ist aber weder das Ende ihres Bestandes noch das ihrer Aktivität. Bald
nach Beendigung des Krieges erweist sich alles als künstlich und sämtliche
Gruppierungen nach Interessen kehren wieder, m der unmittelbaren Gegenwart fehlt es
auch nicht an Beispielen für bewaffnete Konflikte innerhalb einer kriegführ enden
"acht während des Krieges. Der patriotische Impuls müßte also viel natürlicher
sein als er ist, um jene zersetzenden Instinkte zu beseitigen.
nie Rolle der gg^H* i^^^^^^
7enn wir weiter Umschau halten, um zu finden, was nach <a^*^vermeidlichen
Fortsetzung des Schrumpfungsprozesses die Religion ersetzen k©mitund nach dem heu-
tigen ^rsiehungs^wesen blicken, können wir auch von diesem nicht das Heil erwar-
ten, seihst T^enn es, den neuesten Bestrebungen und Versuchen in einer Reihe
von rändern entsprechend, diverse jetzt geplante Reformen erfahren sollte.
■
Hin
4o
Da dl^V^diagen verfehlt «bad, und In einem schlimmeren zustand als je,
werden einzelne Verbesserungen nicht helfen. Alle jene- Beratungen beziehen sich
vor allem nicht auf das eigentliche ziel der Erziehung, auf den Menschen, der
ihr Ergebnis sein soll, zumindest ist nigends zu erkennen, daß dieser wichtig-
ste Ausgangspunkt genügend klar geworden oder der ft*t der zeit entsprechend
definiert worden wäre. Statt nach dem Menschen zu und seiner, wie man annehmen
sollte, Hftta*** heute besser erkennbaren Natur gemSB, rückt die Erziehung
immer mehr vom menschen ab. ihr Betrieb wird von Jahr zu Jahr mechanischer.
Zwischen die sowie so schon stark entfremdeten mitbeteiligten, den Lehrer
und den Schüler, tritt die Maschine und errichtet eine nichWaenschliche
Diktatur. Hoch lehren Lehrer, aber sie tun es notgedrungen immer mehr im
Geiste
und auf
Die Arbeit der Lehrer ist einerseits erleichtert, wie Überall wo die Haschine ent-
scheidet, anderseits haben sie immer weniger mitzureden. Die Maschine trägt die
Verantwortung. T?enn etwa ein junger yenseh zusammenbricht, was notwendig
eeworden ist und immer öfter vorkommt, lehnt der Lehrer die Verantwortung
ab, und mit Hecht, da er am Gesamtverfahren kaum noch einen größeren Anteil
hat als der Achter oder Handlanger in der ^Maschinenhalle der Fabrik, im Falle von
Selbstmorden wollen auch Schuldirektoren, Inspektoren u.s.w. nichts von Ver-
antwortung wissen und v/eisen mit Bedauern auf vorschriftsmäßige Prozeduren hin,
denn wer diese einhält, ist frei von Schuld. Man kann das Bedauern so ziemlich
Jedem glauben, zumal die meisten Erzieher und Administratoren der Erziehung
-selbst unter der üechanisierung/zu leiden haoen. tfber ihnen waltet eine
anonyme Facht. Diese Facht besitzt Empfindlichkeit, doch /fnicht Intelligenz,
ist präzis, doch blind für die Folgen ihres «Ürkens. Die demoralisierende Aufhebung dl
der Verantwortung Kud frißt um sich wie eine Epidemie und verzehrt die Reste
von Sympathie und Achtung zwischen Lernenden und Lehrenden. An ihre stelle
ist ein erneuertes Regime der Drohung und Furcht getreten, das die Phraseo-
logie der Demokratie rücksichtslos kompromittiert.
Die Konkurrenz, die Unheil gebiert und Unheil vorviroaoht, hat einen
Großteil dieser Greuel verursacht. Sie ist es, die die Maschine braucht
und herbeiruft und auch direkt bricht sie tief injias Erziehungswesen ein.
Hier ist es nicht so sehr die Konkurrenz zwischen Firmen desselben Faches,
sondern der Interessenkonflikt zwischen ganzen Fächern, wie Gas und Elektri-
zität, und noch mehr der :"irts chaf tskampf zwischen den Ländern um Absatz ge-
biete, /"der die h3 chste^ff ektivität der Arbeit und maximale Leistung erfor-
dert, von den Elementarschulen bis zu den Hochschulen wachsen die Ansprüche
ins phantastische. Die Ideen, die ausgeheckt werden, wären dmt teuflisch,
wenn sie nicht zugleich krankhaft wären, es gibt Leute, die an Methoden des
Raubbaues am Kleinkindergehirn arbeiten, um Dreijährigen oder zweijährigen
das Lesen und schreiben beizubringen, um sie dadurch mit zunehmendem Alter
zu entsprechend höheren Leistungen befähigt*. Noch wird aus Gründen der
künftigen Arbeitsfähigkeit, nicht etwa aus Menschlichkeit, anerkannt, daß
das Find spielen, also Kind sein muß. Das soll aber nur noch ein partielles Recht
sein. >Jeue, verwissenschaftlichte Ausbeutung hat auch das Kleinkind aul Korn
genonrnen, Sklavenhaltermoral kehrt in veränderter, /Gestalt wieder.
zugleich wird die Konkurrenz zwischen den studierenden als Ansporn zu weiteren
Leistungen systematisch gesteigert, ohne daß die solchen Lehr- und prüfungsme-
thoden zu Grunde liegende Scheinlogik entlarvt wird. Denn das von den Anfangs-
gründen des Jemens bis an die Grenze seiner professionellen Verwertung
llfttNüi «I^Hii^
nur ein stwlium in dauernder Spannung. Niemand kann 4ä^/5<5hule lieben. Man
verschließt sich der elementaren Einsicht, daß die chronische Atmosphäre
der unpersönlichen Grausamkeit immer nur zu scheinbaren Istleistungen führen
kann, da so nichts mehr um seiner selbst -willen gelernt wird; me auch die
^Resultierende brufliche Arbeit nie um ihrer selbst willen getan Verden
kann. Man bezahlt Schulpsychologen, aber nicht um ihnen zur ?jarnung vor dem
Verhängnis der terroristischen ilechÄisierung» Gelegenheit zu geben, sondern
um mit ihrer Hilf« das unerträgliche' erträglich zu machen und der Ausbeutung
durch Beseitigung von individuellen und etwaigen Qruppenwiderständen höhere
Effektivität zu sichern.
Was denkt oder behauptet diese schule von sich selbst ? Schimmert irgendwo
ein Bemißtsein des abgründigen zu Standes ihrer Selbstverneinung durch ?
Merken diese Erzieher, '.voran sie mitarbeiten oder welchem Vorgang sie
passiv zusehen ? Qibt es doch noch Kritik, gibt es Wahrhaftigkeit ?
Oder was sucht man sich und Andern vorzutäuschen und me tut man das ?
in einem amtlichen nordamerikanischen Zeugnisformular heißt es unter
HExplanation« •
Ii« Attitudes and APi lication - This includes (a) attitude
toward self-impiovement, (b) eo-operation, (c) sense of
responsibility, (d) leadership and (e) emotional control.
fa) Hier erfahren vor also zu unserer Überraschung, selbs tverbes serung
werde in Betracht gezogen. I)a aber diese Schule alles tut, um die natürlichen
Anlagen eines jungen Menschen zu unterdrücken, ihn zu versklaven, und ihm selbst
in der Tortur der Prüfungen die bekannt unfairen Listen falscher Antworten
vorgJ.egfi% unter denen er eine richtige herausfinden soll, kann es sich ja
nur um eine Selbstverbesserung handeln, die der Schüler nicht dank der schule,
sondern trotz ihr und gegen sie erreicht. Das ist in einzelnen lallen denkbar,
wenn der Schüler einen unbeugsamen, großen Charakter besitzt, der aus der
Mißhandlung während seiner pntwicklungs jähre in -wunderbarer Ganzheit hervorgeht.
Doch ein solches Ergebnis so hinzudrucken, als ob es im Normalfall zu erwarten
v&re, und obendrein noch dank eben dieser schule, ist das nur Gedanken-
losigkeit oder abgründige unv*ahrhaftigkeit ?
(b) in unserer zeit werden manche Realitäten, deren man sich ein wenig
schämen nag, oder die nachteilig wirken könnten, zwar nicht abgeschafft,
bekommen aber schönere Namen. Gehorsam heißt jetzt co-operation.
(c) Da steht es nun schwarz auf weißj Derselbe Mechanismus, dessen
Bedienungsmannschaft befugt ist, Verantvjortung abzulehnen, fordert 3olche -
von seinem Opfer. Da zuguterletzt irgend jemand verantwortlich sein muß,
wenn dieses hübsche wort nicht ganz gestrichen werden soll, hat er, der
wehrlose Schüler, von irgenwoher den sinn fttr Verantwortung zu besitzen
und ihn auch zu beweisen.
(d) soll etwa dieser Arme, sobald die pein eines solchen Schulsystems
vorüber ist, sich noch irgendwie aufrichten oder gar zum ptlhrer Vierden
können ? Daß die Unterdrückung in der entscheidenden Jugendzeit dann
durch umkehrung, durch den imitativen iunsch nach Unterdrückung Anderer,
zum pührertum »verden könnte, ist im Diktaturstaat -wahrscheinlicher als
in einer auch nur formell gewahrten Demokratie . Da aber jede Gesellschaft
Führer braucht, einen oder mehrere, mit mehr oder traniger beschränkten
Vollmachten, sieht sich diese schule genötigt, die phrase vom jUhrortum
ein zubeziehen, niemand aber kann Uber die einfache Logik hinwegkommen,
daß aus einer versklavten Generation nicht demokratische ptthrer hervorgehen
können, sondern Diktatoren und solche, die es um jeden preis werden wollen.
(e) unter Beherrschung von Gefühlen ist hier die Fähigkeit des Schülers
zu verstehen, seine natürliche Reaktion gegen chronische Verstümmelung
im zaum zu halten. Et* soll seine emotionale Abwehr unterdrücken können,
alles soll der verhängnisvollen Verdrängung anheimfallen, wie sie mit ihren
Folgen in der psychoanalytischen Literatur 4ä» dargestellte ist.
30 wird dieses Zeugnisformular zum Zeugnis für ein System, JfX&Ctltx
das nicht einem einzigen Land, sondern vielen Landern zum Verderbnis
werden kann. v^^'<*^ *^ •
Die moderne schule, die noch vor einer Generation auf ihre progressivst
stolz sein konnte, ist mutatis mutandis weit schlimmer als alte und primitive
Schulen ndt ihren prllgelmethoden jemals waren. Große Pädagogen der Vergangenheit,
wie Pestalozzi, oder zeitgenössische vde^orezak, der mit seinen Schülern
freiwillig in den Vergasungstod ging, sind zu fernen Legenden getreten, die
zu nichts verpflichten und von denen man nicht lernen mag. oder genauer,
wenn ein Bewunderer &8*ft/«l folgen wollte, könnte er es nicht, weil er einer 1
anonymen, unpersönlichen und verantwortungslosen Macht Untertan ist.
mm ist klar, daß diese unheimliche Macht nur schrittweise abgeschafft
Yierden könnte, doch rotlßte die restlose, gänzliche Abschaffung und die
•;iedGreinführung der Menschlichkeit das ziel bilden. Menschlichkeit auf allen
Gebieten des Schulwesens einschließlich der höchsten fachlichen Abbildung
könnte zu einer Kraft werden, die einen erneuerten Menschen zu erneuertem
Inhalt und zur Formung neuer Gemeinschaft führt, im Prinzip wHre eine Lösung
unseres Ausgangsproblems, der Frage einer Nachfolge für die Religion, als
inbegriffen zumindest vor stellbar.
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im Anfang dieses Jahrhunderts waren manche Freigeister der optimistischen
Meinung, die Kunst sollte und könnte den von der Religion zu f$$0$$/L
räumenden platz einnehmen. Das war damals nicht ganz von der Hand zu weisen,
da die Kunst noch Qualitäten hatte, die sie zu einer wesentlichen sozialen
und psychologischen Aufgabe befähigten. Betrachten wir daraufhin so unvorein-
genommen wie möglich den neuesten Abschnitt der Entwicklungs gescliichte der
Kunst und ihren heutigen zustand.
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vermocht, eine Veit an den Rand des Abgmndee » '
• 101
all ei oh fr eine glückliche Idee der westlichen Diplomatie i
jewe.-en, der Sowjetunion die Uravandiung Berlins in eine demilitarisiert«,
▼on internationaler Polizei^zu sichernde J^reie Stadt vorzuschlafen und
eui' die .ommunisten unter Mobilisierung der weltraeinung jeden möglichen
DrucK auszuüben, um sie zur Annahme eine? solchen Friedensplanes zu
zwingen. Die Erreichung diese.- Zieles hfitte dem Westen auch einen enormen
Prestige-Gewinn gebracht. Leider aber waren es die Russen, die nahezu
auf dieselbe Idee gekoinmen varen und diese lllmmg den Vereinigten Staate*
und ihren Verbündeten offen angeboten hatten. Ein klares Angebot dieser
Art baten die .Hussen .biehes zwar nur bezüglich West-Beriins gestellt.
Zuletzt hatfe«iru\schtschew es dahin formuliert, da#s West- Berlin als ^reie
Stadt von den drei Vestmächt n und von der Sowjetunion garantiert
ß nur
in dieser /freien Stadt Ma kleine Garnisonen der
garantierenden vier »flehte als Polizei für die Sicherheit sorgen
und dasz diesen die ungestörte Benätzung der Wege nach und von Berlin
verbürgt sein Doch i*b es deutlich genug, das# das nicht dag
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Letzte Wort jes** und dajfj die Russen wohl dazu zu bringen A^wflrcn, der
Einbeziehung Ost-Berlins in diess jfreie Stadt zuzustimmen.
ihren Anträgen an den Westen fcnben jedoch, die Hussen seif -e4*&£}46
±k Mira nicht viel Glück. Aue den bolcaniyUia^pay^e3.ogi sehen Dedin&u>i-
gep deb Hallen- Krieges c wü.hot die üefaln trm&m &Tti&ämm$ Bas
ISO*.
Bedürfnis, den Gegner zu demütigen, kann u. R jVuias tf&Klt» stärker
als das Verständnis für den eigenen Vorteil. Ein **&e einflu^
reicher Amerikaner hatte schon vorher an Berlin als freie Stadt gedacht,
abe r seinen Plan halfen offenbar die Hussen geschadet. Wie die spätere
Diskussion bewies, war vom Standpunkt der U.S.A.*Interessen schwerlich einAfcu
stichhaltiges Gegenargument zu finden gewesen. Auch wuszte Niemand zu
sagen, warum denn diese Lösung den Berlinerry\mi&fallen sollte. Sie /M* ZJ>\
brauchen ja Frieden und Freiheit. Abe, die Tanks in ihren Strafen
bedeuten ihnen wohl ebensowenig Frieden wie die unablässige militari-
■ ■■ er, >tnmm ihrer '3tadt durch vier frende Machte die Freiheit ist.
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Gegner Aes schwerwiegenden. Arguments beraubt. «4 B r Kommunismus könnte in W
seinem Ringen um die Sympathie der Veit den Imperialismus des Westens ohne
Obzwar die Sowjetunion bio jetat^*^. A&wafefo
»wiesen hat, steht eifdurchaus nichtfest, dasi de£
va"re. I«. I*me*& wäre sie einen
in einem Lande wie Ungarn, vorausgese
.-rimung
etzt, äs.(3 sie von wirklich !Jeui!alen
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■ereinkunft -soiPii^oi Maor-g eingeschränkt. wÄre^ könnten Menschen und 3
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$ivV Wlker schon bedeutend freier atmen. Doch sind brutale Eingriffe in
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Leben und Arbeit der .'Nationen aucrYan iJcn wichtiges Meerengen möglich "
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1 auz neueren Erfahrungen genflgend bekannt. Solange internationale
Ziehungen normal bleiben, ist die Durchfahrt ftinf'sr^ Aber sehen '
>3 "Öi- bioj; . Möglx:-:Jceit, einen aieser nahezu unersetzlichen Seevege^mÄ.
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Schiffahrt eiAetr bestimmte^ Volkejf zu sperren, kann zu einem <fl»flh
jN> li;!r.^H Druckmittel werden und verhängnisvolle Spannungen oder pgLjraai
Kriege nach sich ziehen. In einer von lauernden Gefahren und insbeson-
dere von gegenseitige! Erbitterung zu befreienden Familie der Nationen
vi re daher die Kontrolle <£q " bettettfeaada&aaa Meeren*, en durch Ubergabe
snlflfö zu international i sieren . --»•
.J^U&VU^^ >»W^^^i *XÄ<AjÄ^r>U^ /^W* ✓ .^y,^ <tA ^ 1^*U<iMy^
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Schvflche und r.bhiinbi£k.-it haben verschiedene Regie nrng^n Her Erriehtuag
militflrischer Besen in ihren % h&idern aehi- oder veniger gezvungen
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zugestimmt. Nach politischen Änderungen in diesen Ländern und urstarken
ihres Seibstbevxisztseins vird die einstige Abtretung oft eis Verrat
«.ibrcn : .t, aber das neue Regime steht einei- ür-oszmficht gegenflber,
die nicht bereit ist, Aber Recht und Unrecht zu diskutieren, wo es
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sich ui hÄetTSt, bedeutsam.« strategische fet^gSlttMB handelt. Die Üros7-
MCht hfilt diesen Besitz in furchtbar festen htfnden und läszt keinen
Zweifel daran entstehen, das? sie ihn friedlich niemals zurückgeben
vird. üeö nflber
kleiner Völker und der Verlust an
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da, Bestreben nach absoluter Objektivität eher ein ideales Postulat *^^M^^
eebliebe-. dichter, die, wenn a^iTdireKt, von aeotimm-tt». g*^^!!^^^
;:ine zweckmässige Mascnaixi geg,n dief* oi - k^Tch^^Sc^
M '^T^ auszer den «Inf zehn von der Generaivo r.^^un^d voni
Sicherheitsrat eingesetzten Richte n neue Manner /^Ä unabhängig
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von ihrer Nationalltat atosoopi-iere», loWpt V > -
^^feg^^ 'i^V ^tsgeBn^te) von i^gi-urr fn be»pi^1 8« W*-
brauchten. Diese besonderen Richter Mszten so hohen Vertrauens
durch ihre Persönlichkeit sowie durch ?riedensai beit unu humane
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4^ j «S^in.+oichen Ervaitenmg hatte fer Intemetion^e Gerichtshof
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| "** 1 richten J/Warua sollte»4*e Frage
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eT. Siechte de? Vest — uuiä- doo Ostblock.-. -Hj»^
? "1 i "V>^ * • " J -< •! ~Ann\, Ammxm bandele, die für alle ff
Bewohner \r SM« vichtigsten und dringendsten Anöel ■ t,eni eiien diesen
^JL^Gericht m Abgeben und bei d n streitcnu -n Parteien zu erreichen,
^ 5 4^^d£S7 si, das ürte^im voraus annehncn. Die beantragte Reform vi! - nicht ^
P 4ft^°fort durch.utmre^Nondern e-stjin eine, einigeitaasren normaii sie -ten
p 4 i < 1 2.e^#^P^ch in s^r gegenwärtigen Zusagen s- tzung Anspach
EBIHBII
Es liegt iai^V/esen des Souverdnitätsbegrif fes, dasz jeder Staat
in allen Fragen der Beklagte oder der Kläger und zugleich der oberste
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richter sein kann, ohne einenübergeordneten, Äienisndem verantwortlich.
Sein Handeln wird nur durch da3 eigene Gesetz bestimmt, das er jederzeit
auch ändern kann. Diese unbegrenzte Macht besteht allerdings nur theo-
retlsch. Denn goba±d dieser oberste Herr /fuf einen andern lierm stöszt,
der ebenfalls der oberste ist, ort er- gar auf mehrere, ist d££Konflikt^u-££» ^
gegeben, in de/^von alte: che < praktische Fakeoren zu entscheiden
pflegten, blutig» Jdur unblutig. Für die Beziehungen zwischen den
Staaten bildet u'ie Souveränität /€3E ä unerschöpfliche Quelle von
Gefahren. Sie steht z. B. zur Verbindlichkeit von Verträgen i^Wiaer-
Spruch, da jede Regierung auch die von ihr selbst unterzeichneten
Verträge aufheben 'kann, sobald sie an ihnen nicht mehr interessiert ist.
Die Souveränität hat bisher zwar noch keine theoretische, aber
zviijsfr bedeutende praktische* Ein schrflnkungen erfahren. Die eine ergibt £
sich schon aus der bloszen Existenz cor UNO und in einem gpwipjfn
s ihre Praxis/ Die encere Institution, die für die
- Mae-^e auch au
Selbstherrlichkeit de
r Staaten eine wohltuende Begrenzung bedeutet,
ist der Hasger Gerichtshof, Das noch Devorstehende Werk des erforder-
liehen Ausbaues Beider, der SftMq oa-Organ i sa t ion/ und ihres Gerichtes,
könnte ier ganzen Menschheit/ Segen bringen, wenn in diesem Ausbau ,
niclrt Egoismus entschiede, sondern wirkliche Humanität, ^^'j^ ^^^^^p^^^^x^
Jak* fli e ordentlichen Gerichtshöfe, die innerhalb jedes .Hechts- fu££h
Unabhängigkeit ''von ^> , ll. , 9*tf}j\
den ei6 neu Regierungen, und ditf&^TS Prinzip iatVin noch höhjfem ^^^^ 0^/^
Masze den Internationalen Gerichtshof verbärgt. Aber so wiWüNO bisher
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